Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2010

08:41 Uhr

GfK-Konsumklima

Jobangst trübt Kauflaune dramatisch

Die Angst vor Arbeitslosigkeit drückt auf das Konsumklima in Deutschland. Die Gesellschaft für Konsumforschung warnte bei der Vorstellung ihrer aktuellen Zahlen vor weiteren konjunkturellen Rückschlägen im laufenden Jahr. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei der „Lackmustest“ für die Verbraucherstimmung, so die Ökonomen.

Einkaufszentrum in Hamburg: Konsumklima leidet unter Jobangst. dpa

Einkaufszentrum in Hamburg: Konsumklima leidet unter Jobangst.

HB BERLIN. Die Furcht vor dem Jobverlust dämpft die Kauflaune der Verbraucher. Das Konsumklima trübt sich im Februar zum vierten Mal in Folge ein, berichteten die Marktforscher der Nürnberger GfK am Montag. „Vor allem der drohende Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie die etwas abgeschwächte Erholung der deutschen Wirtschaft spielen hierfür eine wesentliche Rolle“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Das laufende Jahr dürfte daher etwas schwieriger für den Konsum werden als 2009.

Der GfK-Konsumklimaindex sank auf 3,2 Punkte von 3,4 Zählern im Januar. Von Reuters befragte Analysten hatten einen noch stärkeren Rückgang auf 3,1 Punkte erwartet. „Das GfK-Konsumklima hält sich relativ gut angesichts der Probleme, die wir für das laufende Jahr erwarten. Der Rückgang war sehr moderat", sagte Ulrike Karstens aus dem Hause Sal. Oppenheim. Es verwundert, dass die Anschaffungsneigung so hoch ist.Die Verbraucher gingen zwar davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft langsam von der Rezession erhole, schlössen Rückschläge aber nicht aus, sagte Bürkl. Die Bundesregierung erwartet für 2010 wieder ein Wachstum von 1,5 Prozent, nach einem Rekordeinbruch um fünf Prozent 2009. Das bedeutet jedoch, dass bis Jahresende nicht einmal ein Drittel der Verluste in der Rezession aufgeholt werden.

Zudem dürfte die Arbeitslosigkeit steigen. Ein Anstieg auf mehr als vier Millionen würde das Konsumklima nach Einschätzung der GfK in diesem Jahr entscheidend beeinflussen. „In den Köpfen der Verbraucher wäre dies ein Signal für eine zunehmend dramatische Situation“, sagte Bürkl der dpa. „Wenn sich die Zahl vor dem Komma ändert, hat das eine psychologische Wirkung.“

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei der „Lackmustest“ für das Konsumklima 2010. Für Januar erwarten Banken-Volkswirte einen kräftigen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über 3,6 Millionen. Bereits jetzt mache sich die zunehmende Angst vor Arbeitslosigkeit bei den Konsumenten bemerkbar, erläuterte Bürkl.

Auch Klaus Schürfer, Analyst bei der SEB-Bank, ist skeptisch: „Das ist eine Bestätigung dafür, dass vom privaten Konsum in diesem Jahr keine Wachstumsimpulse ausgehen werden. Die Einkommen werden nicht steigen, weil die Arbeitslosigkeit zunimmt und die Löhne nur moderat zulegen werden. Die Steuersenkungen wirken sicher stabilisierend, aber einen Großteil davon werden die Verbraucher eher sparen als ausgeben."

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Denkerist

25.01.2010, 13:28 Uhr

"Vorsichts-Sparen" zum brüllen.
man schaue sich die Einkommensverteilung in Deutschland an - immer mehr menschen haben nichts mehr zum Sparen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×