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29.03.2011

08:49 Uhr

GfK-Konsumklima

Steigende Inflation bremst die Kauflust

Die anziehende Inflation drückt die Stimmung der deutschen Verbraucher. Das Konsumklima für April trübte sich erstmals seit Monaten ein. Auch die Japan-Krise dürfte die Kauflust dämpfen, fürchtet GfK-Chef Wübbenhorst.

Kundin im Supermarkt: Die anziehende Inflation macht sich bemerkbar. Quelle: dpa

Kundin im Supermarkt: Die anziehende Inflation macht sich bemerkbar.

Nürnberg/BerlinDer Konsumklimaindex sank um 0,1 auf 5,9 Punkte, wie die Nürnberger GfK-Marktforscher am Dienstag mitteilten. „Damit wird der Aufwärtstrend des Konsumklimas vorerst gestoppt“, erklärten die Experten und nannten als Hauptgründe wachsende Inflationsängste und ein „unsicherer gewordenes internationales Umfeld“. Insgesamt sei die Stimmung wegen der steigenden Beschäftigung und der Aussicht auf höhere Einkommen aber noch vergleichsweise gut. Folgen der Japan-Katastrophe seien aber nicht berücksichtigt, weil die
Umfrage unter 2000 Verbrauchern vor dem Erdbeben, der Flutwelle und dem Atom-GAU bereits abgeschlossen waren.

Die Japan-Krise wird nach Prognosen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in den kommenden Monaten die Kauflust der Bundesbürger weiter dämpfen. „Die Folgen sind im Moment noch schwer abzuschätzen. Ich gehe aber davon aus, dass die Konsumstimmung eine kleine Pause einlegen wird“, sagte GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst.

In der Konsumklimastudie für März, die heute veröffentlicht wird, ist der Einfluss der Japan-Krise auf die Konsumstimmung der Deutschen noch nicht erfasst worden. „So etwas wie in Japan lässt die Menschen nicht unbeeindruckt. Die Angst, dass sich so eine Katastrophe auch in Deutschland ereignen könnte, wirkt sich natürlich auch auf die Konsumstimmung aus“, sagte Wübbenhorst. „Dabei gibt es rein faktisch gar keinen Grund für eine Verschlechterung der Kauflaune“, fügte er hinzu. Deutschland habe eine niedrige Arbeitslosigkeit, die Löhne stiegen, viele Beschäftigte hätten vorgezogene Einmalzahlungen erhalten.

Die Atomkrise in Japan verunsichert die Konsumenten in Deutschland. Quelle: dpa

Die Atomkrise in Japan verunsichert die Konsumenten in Deutschland.

Seit Juni 2010 hatte sich die Stimmung der Verbraucher Monat für Monat verbessert und im März den höchsten Stand seit Oktober 2007 erreicht. Nun gab es einen Rückgang, der allerdings etwas geringer ausfiel als erwartet. Ähnlich läuft es bei den Unternehmen: Am Jahresanfang lag die Laune der deutschen Manager auf Rekordniveau, das Ifo-Geschäftsklima kletterte auf die höchsten Stände seit der Wiedervereinigung. Im März sank die Stimmung erstmals seit zehn Monaten, wenn auch nur leicht.

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