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26.07.2011

07:51 Uhr

GfK-Konsumklimaindex

Deutsche Verbraucher verlieren Euphorie

Die Griechenland-Krise dämpft das Vertrauen der deutschen Verbraucher. Der Index für August fiel stärker als erwartet.

Frauen mit Einkaufstüten in der Kölner Fußgängerzone. Quelle: dpa

Frauen mit Einkaufstüten in der Kölner Fußgängerzone.

Nürnberg/BerlinDie Stimmung der Verbraucher in Deutschland geht zurück. Der vom Marktforschungsunternehmen GfK erhobene Konsumklimaindex fiel für August stärker als erwartet. Experten führen dies auf die Schuldenkrise Griechenlands und die Sorge um den Euro zurück, aber auch auf die steigende Inflation.

„Die anhaltenden Diskussionen um den richtigen Weg aus der Schuldenkrise Griechenlands und damit einhergehend mögliche Gefahren für die gemeinsame europäische Währung verunsichern die deutschen Konsumenten“, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg mit.

Die Verbraucher befürchteten zusätzliche finanzielle Belastungen im Falle einer Staatspleite Griechenlands oder bei weiteren Hilfszahlungen seitens der EU. Dies schlage sich auf die Einkommenserwartung nieder.

Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung erlitten Einbußen, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Konsumklimaindex des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK hervorgeht. Die erfreuliche
Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sorge jedoch dafür, dass die Kauflaune der Konsumenten erhalten bleibe, erklärten die Marktforscher. Der Gesamtindikator für Juli wurde von den erwarteten 5,7 Punkten auf 5,5 Punkte revidiert. Der Konsumklima-Index für August sank von revidiert 5,5 Punkten im Vormonat auf 5,4 Punkte.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

„Die Verunsicherung der Konsumenten im Vorfeld des EU-Gipfels war dar, das dürfte auf die Stimmung der Verbraucher geschlagen haben," sagte Jörg Lüschow von der West LB. „Latent wird diese Verunsicherung trotz der Gipfel-Beschlüsse gewiss bleiben. Denn die Krise kann immer wieder in den Fokus der Märkte zurückkehren." Für die Konsumentwicklung seien vor allem die Einkommen und die Inflation entscheidend.

„Die Lage am Arbeitsmarkt ist weiter gut. Die Preise dürften jedoch hoch bleiben, kurzfristig wird es sicher keine Entlastung bei der Teuerung geben.“

Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim führt den Rückgang vornehmlich auf steigende Preise zurück. „Es ist wohl weniger die Schuldenkrise, sondern eher das, was die Leute direkt betrifft: etwa die teure Energie, sagte sie. Dennoch seien die Aussichten nicht nur für den Konsum, sondern auch für die gesamte Wirtschaft sehr gut.

Der GfK Konsumklima-Indikator zeigt mit hoher Aktualität die zu erwartende Entwicklung des realen privaten Verbrauchs in dem auf die Befragung folgenden Monat. Positive Werte zeigen einen Zuwachs des realen privaten Konsums im Vergleich zum Vorjahresmonat, negative Werte einen Rückgang an.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

26.07.2011, 08:16 Uhr

gut zu wissen, dass andere immer wissen wie viel oder wie viel nicht ich konsumiere...

Account gelöscht!

26.07.2011, 13:02 Uhr

Ich finde es klasse, dass die "deutsche" Wirtschaft ihre besten Tage hinter sich hat.
Unrecht Gut gedeiet nicht.
Hoffewntlich stürzt die Wirtschaft total ab, es wäre für die meisten Menschen wie eine Erlösung, ihre Peiniger nackt vor sich stehen zu sehen.

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