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29.04.2014

09:40 Uhr

GfK-Konsumklimaindex

Ukraine-Krise schlägt Verbrauchern auf die Stimmung

Ein anziehender Arbeitsmarkt, passable Tarifabschlüsse und niedrige Inflation: Die Bedingungen für den privaten Verbrauch sind gut. Dennoch stagniert der Konsumklimaindex – denn so mancher Verbraucher ist beunruhigt.

Die Neigung der Deutschen, tief ins Portemonnaie zu greifen, ist derzeit nicht so stark ausgeprägt. dpa

Die Neigung der Deutschen, tief ins Portemonnaie zu greifen, ist derzeit nicht so stark ausgeprägt.

Die Ukraine-Krise beginnt die Verbraucher in Deutschland zu verunsichern. Bei der Konsumstimmung zeigten sich erste Auswirkungen, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg mit. So verharre der Konsumklimaindex für Mai bei 8,5 Punkten – was nichtsdestotrotz der höchste Wert seit gut sechs Jahren ist.

Die einzelnen Indikatoren entwickelten sich zuletzt unterschiedlich: Während die Einkommenserwartungen im April auf einen Rekordwert kletterten, schätzten die Befragten die Entwicklung der Konjunktur und ihre eigene Anschaffungsneigung weniger positiv ein als im Vormonat.

Damit ist der seit Mitte 2013 anhaltende Aufwärtstrend beim Konjunkturindikator zum Stillstand gekommen – der Wert tritt seit Februar auf der Stelle. „Offenbar zeigen die Ereignisse in der Ukraine erste Wirkungen“, erläuterte die GfK den April-Wert. „Die Annexion der Krim durch Russland sowie die Eskalation in der Ostukraine lassen einen Teil der Konsumenten befürchten, dass die spürbare konjunkturelle Erholung beeinträchtigt werden könnte.“

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Die sehr guten Rahmenbedingungen im Inland – wie ein stabiler Arbeitsmarkt und moderate Inflation – würden dadurch etwas überlagert, analysierten die Konsumforscher. Dies wirke sich auch auf die Anschaffungsneigung aus: Der Indikator gab im April die deutlichen Zugewinne aus dem Vormonat wieder ab. Im Gegenzug stieg die Sparneigung auf weiterhin sehr niedrigem Niveau an.

Ausgesprochen optimistisch sind die Deutschen der repräsentativen Studie zufolge bei der Einkommenserwartung. Sie erreichte den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Die Beschäftigten gingen davon aus, dass es in diesem Jahr zu deutlichen Lohnsteigerungen komme, erläuterte die GfK. Auch die niedrige Inflation sorge für mehr Geld im Portemonnaie.

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