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25.06.2014

07:58 Uhr

GFK-Konsumklimastudie

Die Deutschen sind in bester Kauflaune

Experten hatten sich gesorgt, dass sich die Krise im Irak auf die Kauflaune der Deutschen auswirkt. Doch das Barometer für Konsumklima klettert auf den höchsten Wert seit Dezember 2006. Das hat vor allem einen Grund.

Die Deutschen sind in Kauflaune – und zwar so sehr wie lange nicht mehr. dpa

Die Deutschen sind in Kauflaune – und zwar so sehr wie lange nicht mehr.

BerlinDie Zinssenkung der EZB sorgt bei den deutschen Verbrauchern für deutlich bessere Kauflaune. Das Barometer für das Konsumklima im Juli stieg auf 8,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit Dezember 2006, wie die Nürnberger GfK-Marktforscher am Mittwoch mitteilten. Die Deutschen wollen wegen der jüngsten EZB-Beschlüsse ihr Geld eher ausgeben statt es zu Mini-Zinsen auf die hohe Kante zu legen. „Denn dieses Zinssignal hat die Sparneigung regelrecht abstürzen lassen“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Zudem bewerten die Konsumenten die Aussichten für die Konjunktur so gut wie seit drei Jahren nicht mehr und beurteilen die eigenen künftigen Finanzen weiter sehr gut.

Zuvor hatte die Konsumstimmung etwa wegen der Ukraine-Krise vier Monate weitgehend stagniert. Im Juni lag das Barometer bei 8,6 Zählern, zwischen März bis Mai jeweils bei 8,5 Punkten. Die neue Daten kommen eher überraschend, denn von Reuters befragte Ökonomen hatten nicht mit einem Anstieg gerechnet. Das lag vor allem auch an der neuen Krise im Irak. Eine weiter Eskalation könnte nach Einschätzung von Konsumexperten Folgen für die Verbraucherstimmung in Deutschland haben. Doch dem ist bisher nicht so. Im Gegenteil.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte Anfang Juni den Leitzins in der Euro-Zone auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt und den Banken erstmals einen Strafzins aufgebrummt, um die Kreditnachfrage anzukurbeln. Da die Kreditinstitute ihrerseits die Einlagenzinsen wohl rasch kappen dürften, wird Sparen für die Kunden immer unattraktiver.

Die Bereitschaft der Verbraucher, größere Einkäufe zu tätigen, legte im Juni deshalb spürbar zu. Dies führt die Gfk auch auf die gute Lage am Arbeitsmarkt und die niedrige Inflation zurück. Das Barometer für die Einkommenserwartung bleibt trotz eines leichten Rückgangs auf hohem Niveau. Zudem blicken die Verbraucher so optimistisch auf die Konjunktur wie seit Juni 2011 nicht mehr. Risikofaktoren bleiben laut GfK jedoch die Krisen in Syrien, der Ukraine und dem Irak. „Eine spürbare Eskalation in diesen Ländern dürfte sich dann auch auf die Konjunkturstimmung in Deutschland auswirken“, warnte Bürkl.

Dax gibt nach: Die Kauflust der Deutschen steigt

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