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27.09.2011

08:24 Uhr

GfK-Studie

Konsumklima trotz Rezessionsangst stabil

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt hält auch die Stimmung der Verbraucher auf einem hohen Niveau. Die Angst vor einer Rezession wird aber bei größeren Anschaffungen deutlich.

Ein Einkaufswagen mit verschiedenen Lebensmitteln. dpa

Ein Einkaufswagen mit verschiedenen Lebensmitteln.

BerlinTrotz wachsender Rezessionsängste hält sich die Stimmung der deutschen Verbraucher unerwartet gut. Die Konsumenten befürchten zwar eine Konjunkturflaute und sind bei Großeinkäufen nicht mehr so spendabel wie zuletzt. Allerdings schätzen sie wegen der guten Arbeitsmarktlage ihre künftigen Finanzen besser ein, wie am Dienstag aus der Umfrage der GfK-Marktforscher unter 2000 Deutschen hervorgeht.

Das GfK-Konsumklima für Oktober stagnierte bei 5,2 Punkten. Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt nur mit 5,0 Zählern gerechnet. Zuvor hatte es in sechs Monaten fünf Rückgänge gegeben.

Die Debatte um einen Ausweg aus der Euro-Schuldenkrise hatte sich zuletzt verschärft. Ein politische Lösung zeichnet sich bisher aber nicht ab. „Inzwischen befürchten auch die Konsumenten, dass der Krisenvirus von den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft übergreifen könnte“, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Handelsblatt Prognosebörse

Auf der Handelsblatt Prognosebörse handeln Teilnehmer ihre Erwartungen über die Entwicklung von sechs Konjunkturindikatoren - Bruttoinlandsprodukt, Inflationsrate, Arbeitslosenzahl, Exporte, Bruttoanlageinvestitionen und ifo-Index - über virtuelle Aktien. Der Ansatz stützt sich nicht auf das Wissen einzelner Experten, sondern auf das gesammelte Wissen aller Teilnehmer. Jeder Interessierte kann kostenlos ein Konto eröffnen und von dort Konjunkturindikatoren als Aktien handeln: Je nach seinen persönlichen Erwartungen über die Entwicklung eines Indikators, kauft oder verkauft er Aktien.

Nach dem heftigen Einbruch im August schwächte sich die Konjunkturerwartung der Verbraucher auch im September ab. Der Teilindikator sackte um 8,6 auf 4,8 Punkte. Das Barometer liegt zwar noch über dem langjährigen Schnitt von 0 Zählern, aber so tief wie zuletzt im Mai 2010.

Deutschland könne sich als Exportnation auf Dauer nicht vollständig von Rezessionstendenzen in wichtigen Absatzländern wie den USA abkoppeln, betonten die Nürnberger Forscher. Auch die heimischen Firmenchefs stellen sich wegen der Schuldenkrise und der schwindenden Dynamik der globalen Märkte auf einen Abschwung ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank etwas weniger als erwartet, fiel aber auf den tiefsten Stand seit Juli 2010.

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