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27.02.2013

10:34 Uhr

GfK-Umfrage

Deutsche wollen Geld ausgeben

Die Verbraucher sind optimistisch: Sie gehen davon aus, dass sich die Konjunktur nicht weiter abkühlen wird, teilen die GfK-Marktforscher mit. Eine Einschätzung, die das Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung teilt.

Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen steigt. dpa

Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen steigt.

BerlinDie Verbraucher in Deutschland blicken angesichts der besseren Konjunkturaussichten optimistisch in die Zukunft. Das Konsumklima dürfte sich auch im März aufhellen, teilte das Marktforschungsinstitut GfK am Mittwoch in Nürnberg mit. Der entsprechende Indikator sei bei der Umfrage im Februar zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Im Sog der zuversichtlicheren Konjunkturerwartungen wuchs auch erneut die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen. Die Einkommensaussichten hingegen büßten einen Teil ihres starken Zugewinns aus dem Vormonat wieder ein. „Insgesamt gesehen setzt sich der Aufwärtstrend des Konsumklimas fort“, betonte die GfK und prognostizierte für März einen Anstieg des Gesamtindikators um 0,1 Zähler auf 5,9 Punkte.

Die GfK rechnet mit einem Anstieg des privaten Verbrauchs um ein Prozent, die Wirtschaftsleistung insgesamt dürfte mit 0,8 Prozent weniger stark zulegen. „Damit dürfte der Konsum einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Konjunkturentwicklung leisten“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Ein Unsicherheitsfaktor bleibe jedoch die Schuldenkrise in Europa, die sich nach der Protestwahl in Italien wieder verschärfen könnte. „Negative Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung sind nicht ausgeschlossen“, sagte Bürkl. Auswirkungen könnten sich im Konsumklima für April zeigen.

Zuletzt signalisierten aber auch andere Frühindikatoren eine Konjunkturbelebung. So hellte sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen im Februar den vierten Monat in Folge auf und ist nun so gut wie seit zehn Monaten nicht mehr. Es sehe so aus, als ob ein Wendepunkt bei den Konjunkturaussichten erreicht sei, sagte Bürkl. Das Barometer stieg im Februar um 8,8 Punkte auf minus 2,5 Zähler.

Beflügelt werde der private Konsum zudem von den niedrigen Bankzinsen, sagte Bürkl: Weil die Verbraucher nach wie vor skeptisch seien, was die Stabilität des Euro angehe, investierten sie ihre finanziellen Mittel tendenziell eher in werthaltige Anschaffungen als sie gegen historisch niedrige Zinsen auf die Bank zu legen. Die Sparquote sank zum Jahresende 2012 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das Barometer für die Anschaffungsneigung stieg um 1,7 auf 37 Zähler und damit den höchsten Wert seit März 2012.

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Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat Vertrauen in die Konjunktur. Die Wirtschaftsleistung dürfte im laufenden Quartal um 0,3 Prozent zulegen, teilte das DIW am Mittwoch mit. „Von dem Dämpfer zum Jahresende sollte uns nicht bange werden“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Die deutsche Wirtschaft steht weiterhin sehr gut da und dürfte sich schnell wieder beleben.“

Die Wirtschaftsleistung war Ende 2012 noch um 0,6 Prozent geschrumpft. Ein Frühindikator wie der Ifo-Index legte überraschend kräftig zu, die Stimmung bei den Verbrauchern hellte sich auf. Gestützt werde die Wirtschaft in diesem Jahr von der Binnennachfrage, sagte Fichtner. So profitiere der private Konsum von der guten Lage am Arbeitsmarkt, zudem dürften die Unternehmen mehr investieren, sobald sich die Absatzaussichten verbesserten. Zuletzt habe sich die Auftragslage der Industrie aufgehellt.

Kommentare (4)

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HofmannM

27.02.2013, 08:42 Uhr

Zwichen "wollen" und "leisten können" ist ein himmelweiter Unterschied!
Was sollen solche zweifelhaften (unrealistischen) Studien!?

Account gelöscht!

27.02.2013, 08:54 Uhr

"Deutsche wollen Geld ausgeben"

Klar, wenn man uns was gelassen hätte. Wollen kann man auf dem Ponyhof...

Ach wenn schon...dann kauf ich eben auf Pump...alles easy...

Michael

27.02.2013, 09:01 Uhr

Richtig, ich werde Geld ausgeben. Ich werde in Gold investieren (also physisches) und mein Auto weiter aufbereiten. Wenn das zählt, dann ist ja doll. Hilft es denn jemandem?

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