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15.01.2010

16:17 Uhr

Globale Risiken

Finanzkrise wirft lange Schatten

VonDorit Marschall

Die Liste der Risiken für die Weltwirtschaft ist lang. Das ist die Botschaft, die das World Economic Forum (WEF) in seinem Report "Global Risks 2010" unmissverständlich vermittelt. Hält China nicht, was es verspricht, ist die Weltwirtschaft in Gefahr.

Eiszeit für die Weltwirtschaft? Die Liste der Risiken ist lang. dpa

Eiszeit für die Weltwirtschaft? Die Liste der Risiken ist lang.

FRANKFURT. "Finanzwirtschaftliche Krisen und Arbeitslosigkeit, zu geringe Investitionen in Infrastruktur - insbesondere in Energie und Landwirtschaft - und chronische Leiden haben wir als zentrale Bedrohungen für die kommenden Jahren identifiziert", schreiben die WEF-Experten in ihrer jährlich vorgelegten Studie "Global Risks 2010".

Ein besonderes Augenmerk legen die Experten des WEF auf die derzeit am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt: China. "Eine harte Landung von China ist eines der größten Risiken", sagte einer der Autoren der Studie, der Chefvolkswirt der Zurich Financial Service Group Daniel Hofmann.

China scheine zwar erfolgreich durch die globale Finanzkrise und Rezession gesteuert zu sein. Dennoch seien viele der inländischen Impulse durch hohes Kreditwachstum erlangt worden, die ein steigendes Risiko der Fehlleitung von Kapital und erneuten Preisblasen bei Finanzanlagen und Immobilien mit sich brächten. "Das kann immer die Gefahr einer scharfen Korrektur erhöhen", schreiben die Wissenschaftler.

Bislang schmälert Peking die Kreditvergabe allerdings nicht. In der ersten Woche 2010 sollen Chinas Banken neue Kredite im Wert von 60 Mrd. Euro vergeben haben.

Die Ökonomen des World Economic Forum reihen sich mit ihrer Warnung ein bei einer Vielzahl von Experten, die neben den Chancen, die China für die Weltwirtschaft bringt, auch die Gefahren betont. Jüngst hatten beispielsweise die Ökonomen der Deutschen Bank davor gewarnt, dass der anvisierte Titel des Exportweltmeisters 2009 auch den Druck auf die Volksrepublik erhöhe, die massiven Konjunkturprogramme wieder zurückzufahren. Auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft zählt die mögliche harte Landung Chinas zu einem der größten Risiken, die sich auch auf die exporthungrige deutsche Wirtschaft auswirken könnten.

"Wenn die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr um weniger als sechs Prozent zulegte, wäre das ein Alarmsignal", sagte WEF-Autor Hofmann. Selbst im vergangenen Krisenjahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt in China aber um mehr als acht Prozent gewachsen sein.

Der Report des WEF, der in diesem Jahr das fünfte Mal erscheint, will signifikante und grundlegende Risiken aufdecken. Dazu zählen die Autoren unter anderem auch die verbesserungswürdige globale Steuerung sowie länderübergreifende Kriminalität und Korruption.

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