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10.01.2008

12:22 Uhr

Goldman schürt Ängste

Angst vor der Domino-Rezession

An den weltweiten Märkten grassiert die Rezessionsangst. Nach Goldman Sachs hält nun auch der frühere US-Finanzminister Larry Summers eine Rezession in den USA für immer wahrscheinlicher. Die Goldjungs legen am Donnerstag noch nach und sehen nun auch die japanische Wirtschaft gefährdet. Auch die Uno warnt vor Risiken.

Erst die USA, dann Japan - Goldman schürt Rezessions-Ängste. Foto: Archiv

Erst die USA, dann Japan - Goldman schürt Rezessions-Ängste. Foto: Archiv

HB OSLO/NEW YORK. "Ich gehe stark davon aus, dass sich die US- und die Weltwirtschaft an einem Wendepunkt befinden und ein höheres Risiko als je zuvor in diesem Jahrhundert haben, in eine Rezession zu rutschen", sagte der frühere US-Finanzminister Larry Summers am Donnerstag in Oslo. Dass sich die US-Wirtschaft abschwäche und in eine Rezession falle, sei der wahrscheinlichste Fall. "Der US-Verbraucher ist nicht in der Lage, die Wirtschaft nach vorne zu bringen", sagte Summers, der unter US-Präsident Bill Clinton von 1999 bis 2001 im Amt war. In den USA hat der private Konsum maßgeblichen Anteil an der Wirtschaftsleistung. Zuletzt hat eine überraschend schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt aber Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung auch des privaten Konsums geschürt.

Auch die Vereinten Nationen (Uno) sehen die Gefahr einer weltweiten Rezession. Es gebe klare und bereits gegenwärtige Gefahren dafür, dass das Wachstum der Weltwirtschaft nahezu zum Erliegen komme, hieß es im Uno -Jahresbericht zur globalen Wirtschaftsentwicklung. Gründe für die Entwicklung seien vor allem der Abschwung am US-Häusermarkt, die Kreditmarkt-Krise und der schwache Dollar.

Zwar könne die Weltwirtschaft 2008 um etwa 3,4 Prozent wachsen. Spiele man jedoch ein pessimistischeres Szenario durch, könne der Zuwachs aber auch bis auf 1,6 Prozent schrumpfen. Derzeit gebe es noch nicht die klare Prognose einer Rezession. "Aber die Risiken sind da", hieß es. Die Chancen stünden etwa 50 zu 50. Vor zwei Monaten seien die Uno noch optimistischer gewesen.

Die US Goldman Sachs -Investmentbank erwartet in diesem Jahr eine Rezession in den USA. Im zweiten und dritten Quartal werde die Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet um jeweils ein Prozent schrumpfen, prognostizierte das Geldhaus. Im Gesamtjahr werde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lediglich bei 0,8 Prozent liegen. Wegen der wirtschaftlichen Abkühlung erwartet Goldman außerdem, dass die US -Notenbank Fed ihren Schlüsselzins bis zum dritten Quartal auf 2,5 Prozent von derzeit 4,25 Prozent senken wird.

Japan könnte nach Einschätzung der US-Investmentbank den USA in diesem Jahr in eine Rezession folgen. Die japanischen Volkswirte des Geldhauses erklärten am Donnerstag, die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft liege bei 50 Prozent. Zugleich schraubten die Goldman -Experten ihre Wachstumsprognose für das Land in diesem Jahr auf 1,0 von 1,2 Prozent herunter. Die japanische Notenbank werde den Leitzins 2008 wohl bei 0,5 Prozent belassen, prognostizierte Goldman weiter.

An den globalen Finanzmärkten geht seit Wochen die Furcht vor einer Rezession in den USA um. Volkswirte sprechen davon in der Regel dann, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen abnimmt. Warnungen vor einem Abschwung der US-Wirtschaft machen die Anleger am deutschen Aktienmarkt zunehmend nervös. Börsianern zufolge sorgen die Angst vor einer Rezession der US-Wirtschaft und der hohe Ölpreis für anhaltende Unsicherheit. "Das wird kein leichtes Jahr werden", sagte ein Händler. Die US Goldman Sachs -Investmentbank sagt für 2008 eine Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft voraus. Es gebe zu viele Faktoren, die für Unsicherheit sorgen, wie die Angst vor einer Rezession der weltgrößten Volkswirtschaft, die bevorstehenden Präsidentenwahl in den USA sowie der hohe Ölpreis, sagte ein Börsianer.

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