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11.02.2015

07:45 Uhr

Griechenland-Austritt

S&P sieht in Grexit keine große Gefahr für Euro-Zone

Deutschland hat laut Standard & Poor's mehr Geld in die Rettung von Banken gesteckt, als es bei einem Totalverlust der Griechenland-Forderungen nötig würde. Ein Austritt Griechenlands wäre für den Euro-Raum verkraftbar.

Griechenland-Krise

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Griechenland-Krise: Grexit für Euro-Zone „ökonomisch verschmerzbar“

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FrankfurtEin Austritt Griechenlands aus dem Euro wäre nach Ansicht der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) für die Währungszone inzwischen verkraftbar. Wenn das an Athen verliehene Geld abgeschrieben werden müsste, hätte das wohl keine negativen Auswirkungen auf die Bonität der Geldgeber, sagte S&P-Chefanalyst Moritz Krämer der „Börsen-Zeitung“ (Mittwochausgabe).

„Entgegen der öffentlichen Meinung sind die Haftungssummen im Verhältnis der Wirtschaftskraft der Gläubiger gar nicht so hoch.“ Deutschland habe etwa deutlich mehr Geld in die Rettung von deutschen Banken stecken müssen, als bei einem Totalverlust der Griechenland-Forderungen auf den Bund zukäme, sagte Krämer.

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Auch die Warnung der Regierung in Athen, die Euro-Zone würde bei einem Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, verfange nicht. Die Ansteckungsgefahr sei nicht so groß, sagte Krämer. „Griechenland ist von der Wirtschaftskraft her recht schwach, die Verflechtungen mit dem Rest der Euro-Zone sind sogar noch geringer, als es die Wertschöpfung nahelegt.“

Für Griechenland selbst wäre ein Austritt aus dem Euro dagegen „verheerend“, warnte der deutsche S&P-Analyst. „Die Bevölkerung müsste womöglich alle Entbehrungen noch einmal durchmachen, die sie bereits hinter sich wähnte.“

Griechenland sei so stark von Einfuhren abhängig wie kein anderes Land in der Euro-Zone. Bei einem Euro-Austritt könnte es für Griechenland ohne Kredite schwierig werden, „seine importierten Energieträger, Nahrungsmittel und medizinische Güter zu finanzieren“, sagte Krämer.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Herr Günther Schemutat

11.02.2015, 08:32 Uhr

Wie wäre es , wenn Berlin,Bremen,NRW und alle Städte und Bundesländer die hoch verschuldet sind aus dem Euro geworfen werden und zur DM zurück kehren müssen. Würde die Bayern sicherlich freuen.

Nichts anderes wäre ein Austritt von Griechenland aus dem Euro und dem Euro -Staat der damit verbunden ist. Das wissen alle und mit der Ukraine Krise die von beiden Hilfsheriffs Deutschland und Frankreich immer mehr gegen die Wand gefahren wird hat Griechenland eine Superchance sich von der Finanzmafia zu befreien , die sich mit überhöhten Krediten Länder kaufen für eine bestimmte Zeit.

Herr Manfred Zimmer

11.02.2015, 08:45 Uhr

Das Fazit sollte nicht von "großer" sondern von "größeren" in der Head line sprechen.

Herr Öko Nomix

11.02.2015, 09:29 Uhr

@Günther Schemutat

Der Vergleich zwischen den deutschen Bundesländern und europäische Staaten ist reichlich absurd. Während die Bundesregierung in die Bundesländer hineinregieren kann bleibt ihr dies in Griechenland weitgehend verwehrt. Der Versuch mittels der Troika dort Einfluss zu nehmen scheiterte letztlich an der mangelnden Umsetzung. Eine Masse deutscher Beamter, die nötig wäre um Griechenland in Ordnung zu bringen, ist dort logischerweise unerwünscht. Und für Deutschland macht es wenig Sinn fortwährend Geld in ein Land zu schicken, wenn die Kontrolle über den sinnvollen Einsatz der Finanzmittel fehlt.

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