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05.07.2015

13:31 Uhr

Griechenland-Referendum

EZB ist zu allem bereit

Am Tag des Referendums in Griechenland zeigt sich die Europäische Zentralbank bereit, im Fall der Fälle weiter in die Märkte einzugreifen. EZB-Direktor Benoit Coeure spricht davon, die „nötigen Instrumente“ einzusetzen.

Alle Instrumente stehen bereit, heißt es in der Europäischen Zentralbank. dpa

EZB-Zentrale

Alle Instrumente stehen bereit, heißt es in der Europäischen Zentralbank.

Aix-en-ProvenceDie Europäische Zentralbank (EZB) ist angesichts der großen Unsicherheit rund um Griechenland bereit, bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. „Die EZB war immer ganz eindeutig: Wenn wir mehr machen müssen, machen wir mehr“, sagte Direktoriumsmitglied Benoit Coeure am Sonntag bei einer Konferenz im südfranzösischen Aix-en-Provence. „Wir werden die nötigen Instrumente einsetzen.“ Details nannte er keine.

Im schuldengeplagten Griechenland stimmen die Bürger am Sonntag über die umstrittenen Spar- und Reformauflagen der internationalen Geldgeber ab. Werden diese abgelehnt, erwarten viele Experten Chaos und einen Zusammenbruch der lokalen Geldhäuser, die seit langem am Tropf der EZB hängen.

Die Macht und die Mittel der EZB

Ziele

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll Preisstabilität wahren, die Wirtschaftspolitik unterstützen und Finanzstabilität sichern.

Leitzinsanpassung

Leitzinsanpassungen sind das traditionelle Mittel, um die Wirtschaft und die Arbeitsnachfrage zu dämpfen oder zu stimulieren, und so die Lohnentwicklung und die Inflation stabil zu halten.

Negativzinsen

Negativzinsen von 0,1 Prozent berechnet die EZB den Banken für deren Guthaben bei der Notenbank. Jede Bank will ihre überzähligen Guthaben zu einer anderen Bank schieben, indem sie Wertpapiere kauft oder Kredite vergibt.

Langfristkredite

Langfristkredite vergibt die EZB seit Ende 2011 und ergänzt damit die normalen kurzfristigen Kredite. Das hilft den Banken bei der Finanzierung, da Bankanleihen teurer und für manche gar nicht mehr zu haben waren.

Pfandbriefe

Pfandbriefe und Kreditverbriefungen kauft die EZB den Banken seit Herbst 2014 ab. Auch das hilft bei der Refinanzierung und sorgt für mehr Bankguthaben bei der EZB, was die Bereitschaft zur Kreditvergabe erhöhen soll.

Käufe von Staatsanleihen

Käufe von Staatsanleihen als Mittel der Geldpolitik setzte die EZB erstmals 2010 ein, um die Renditen von Anleihen der Peripherieländer zu drücken, die damals kräftig nach oben schossen. Das gelang mit dem relativ kleinen Programm nur bedingt. Im September 2012 ersetzte die EZB dieses SMP-Programm durch das OMT-Programm. Sie erklärte sich dabei unter Bedingungen bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Bisher kam das Programm nicht zum Einsatz. Seit März 2015 erwirbt sie mit einem erweiterten Kaufprogramm im großen Stil Staatsanleihen. Der Gegenwert landet als Bankguthaben bei den Verkäufern, zum Beispiel Fonds, und als überschüssiges Guthaben auf den Zentralbankkonten der Banken. Das treibt vor allem die Kurse von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen und Immobilien in die Höhe. Indirekt soll das die Wirtschaft ankurbeln.

Notkredite

Notkredite (ELA) können nationale Zentralbanken des Euro-Raums ihren heimischen Banken gewähren, wenn diese nicht mehr genug gute Sicherheiten für normale EZB-Kredite haben. Die EZB muss diese ELA-Kredite genehmigen. Untersagt sie sie, etwa wenn Griechenland sich nicht mit den Gläubigern einigen kann, haben die Banken keinen Zugang zu Euro-Guthaben und Euro-Bargeld mehr, was zur Schließung und letztlich zum erzwungenen Austritt aus der Währungsunion führen kann.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr reiner tiroch

06.07.2015, 11:22 Uhr

Fazit ist doch folgendes: die GR wollen kein Geld, keine neuen Schulden, sie wollen ganz klar nur 1 Schuldenschnitt! das passt der EU nicht, sie wollen eiskalt und ohne Ende weiter Retten! das Theater geht nun schon seit Jahren, obwohl der Schäuble seit Jahren den Schnitt wollte, aber immer dementierte. das gehört halt zu der verschissenen Politik der verkommenen politiker.
nebenbei erhält die Ukraine 1 Schuldenschnitt obwohl die nicht in der Eu, oder Nato sind was keine Sau versteht!!! wie soll der Tsipras da sein Volk verführt haben wie Schulz meint? die EU-retter haha, haben nur Angst dass mit Schuldenschnitten alle Länder daherkommen. diese Angst ist berechtigt, weil alle mehr als Pleite sind, egal was man den Menschen für Scheiße erzählt, gell?

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