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21.05.2012

09:02 Uhr

Griechenland

Schneller Austritt aus der Währungsunion

Falls Griechenland aus dem Euro austritt, sollte dies Experten zufolge schnell geschehen. Die Wiedereinführung der Drachme hätte den Vorteil, dass sich Athen über eine Abwertung Spielraum verschaffen kann.

Rückkehr nicht ausgeschlossen: Eine Euromünze neben 20 Drachmen. dpa

Rückkehr nicht ausgeschlossen: Eine Euromünze neben 20 Drachmen.

MadridDer Euro-Staat Griechenland wankt, hochverschuldet, und immer offener wird über einen Austritt Athens aus der Währungsunion diskutiert. Wenn die griechische Regierung die Drachme wieder einführen will, befinden Experten, so muss dies schnell und entschlossen geschehen, um einer Panik mit einem Sturm auf die Banken zuvorzukommen.

Innerhalb der Eurozone hat Griechenland nur die Möglichkeit, sich über einen harten Sparkurs und Gehaltskürzungen zu sanieren. Doch dieser Weg verliert in der Bevölkerung an Rückhalt, wie die Parlamentswahlen vom 6. Mai gezeigt haben. Parteien, die eine Abkehr vom eisernen Sparen versprachen, legten bei dem Wahlgang auf Kosten der Unterstützer des mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sanierungsprogramms zu. Die Folge war ein politisches Patt. Alle Versuche, eine Regierung zu bilden, scheiterten. Nun steht das Land im Juni wieder vor Neuwahlen - die de facto zur Abstimmung über den Euro werden dürften.

Die Wiedereinführung der Drachme als Alternative zur Gemeinschaftswährung hätte einen entscheidenden Vorteil: Griechenland könnte sich über eine Abwertung der nationalen Währung Spielraum verschaffen. Mit einer schwachen Nationalwährung würde das traditionelle Reiseland für Touristen an Attraktivität gewinnen, seine Waren würden im Export deutlich günstiger.

Doch der Euro-Austritt hat einen Preis: Der Kurs der Drachme dürfte sich unter dem Druck einer heftigen Reaktion der Finanzmärkte zunächst im freien Fall befinden. Mehrere Studien sagen einen Wertverlust für die Ersparnisse der Griechen von 50 Prozent voraus. Viele Griechen befürchten das längst, allein am Montag vergangener Woche wurden 700 Millionen Euro von griechischen Banken abgehoben. Seit 2009 sollen bereits 16 Milliarden Euro im Ausland in Sicherheit gebracht worden sein.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

21.05.2012, 09:35 Uhr

"Seit 2009 sollen bereits 16 Milliarden Euro im Ausland in Sicherheit gebracht worden sein."

Das dürfte lediglich die Summe der legal erworbenen und bei griechischen Banken angelegte Vermögen sein.

Gehen wir mal davon aus, dass es inklusive der Gelder von den Steuerhinterziehern und Korrupten Ärzte, Bauunternehmer, Politiker etc. (Stichwort Fakelaki) sicher über 100 Mrd. EUR sind. Wenn man sich die Immobilienkäufe in einigen deutschen Großstädte durch Griechen und anderen Südeuropäern anschaut, könnte die Summe auch noch höher sein.

Jetzt, wo diese Schwarzgelder aus Griechenland "in Sicherheit" gebracht wurden und dafür etliche Milliarden an Hilfsgeldern geflossen sind, jetzt besteht also keine Hoffnung mehr auf Rettung für Griechenland?

Wie lange lässt sich das einfach Volk in ganz Europa eigentlich noch für dumm verkaufen und finanziert den "Eliten" ihren Reichtum?

merxdunix

21.05.2012, 10:39 Uhr

Ihre Liste lässt leider die Hauptverantwortlichen außen vor: Polizisten, Staatsanwälte und Richter. Gesetze sind nämlich nur etwas für Looser.

Account gelöscht!

21.05.2012, 11:05 Uhr

Solange wie Europa selbst dazu schweigt, und schwelgt.
Schulden über den Kapitalmarkt abzubauen wird nicht funktionieren.
Die Drachme bringt Griechenland überhaupt nirgends anders hin als mit dem Euro. Wenn ein Euro 340 Drachmen gegenüber steht, bleiben die Schulden doch in Euro. Diese dümmliche Augenwischerei sollte auch Journalisten mal klar werden. Auch in Drachmen ist die Produktivität und Arbeitskraft der Griechen nicht mehr oder weniger wert, nur der Name ist anders. Und das soll ein Land dann besser dastehen lassen? Nur weil die Schulden dann nicht Euro heißen, sondern Drachme?
Was für ein Europa! Auf dem normalen Wochenmarkt wäre Europa ein Saftladen.

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