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01.06.2011

14:16 Uhr

Griechenland und Spanien

Euro-Schuldenstaaten rutschen in die Rezession

Die hoch verschuldeten Euro-Staaten kommen wirtschaftlich nicht auf die Beine. Während die Industrie in Griechenland und Spanien im Mai schrumpfte, reichte es in Irland und Italien nur zu einem leichten Wachstum.

Proteste in Athen gegen das Sparpaket: Griechenlands Unternehmen melden heftige Einbußen. Quelle: dpa

Proteste in Athen gegen das Sparpaket: Griechenlands Unternehmen melden heftige Einbußen.

BerlinAber auch in den Boomländern Deutschland, Frankreich, Österreich und den Niederlanden ließ das Wachstum nach, teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 3000 Unternehmen mit. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone rutschte um 3,4 auf 54,6 Punkte ab - den tiefsten Stand seit sieben Monaten. „Kritisch ist vor allem die Verschlechterung in den Peripherie-Ländern, die damit wohl noch größere Probleme bei der Bewältigung ihrer Haushaltsdefizite bekommen könnten als ohnehin schon“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Geschäfte der spanischen Industrie liefen so schlecht wie seit fast anderthalb Jahren nicht mehr.

Auch die griechischen Unternehmen meldeten Geschäftseinbußen, die ebenso wie in Spanien per Saldo zu Entlassungen führten. „In Italien und Irland fielen die Zuwachsraten ausgesprochen mager aus“, sagte Williamson. Die deutsche Industrie schaffte dagegen wie ihre Konkurrenz in den Nachbarländern Frankreich, Österreich und den Niederlanden ein robustes Wachstum - auch wenn es nicht mehr so stark ausfiel wie in den Monaten davor. Hier wurden auch wieder neue Jobs geschaffen.

Positive Nachrichten gab es im Hinblick auf die Inflation. Der Preisrutsch bei Rohstoffen dämmte die Kosten so stark ein wie zuletzt im November 2008. Markit rechnet deshalb nicht mit einer raschen Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank. „Die Kombination aus abgeschwächtem Inflationsdruck und deutlicher Wachstumsverlangsamung dürfte die Entscheidungsträger wohl so lange von Zinserhöhungen abhalten, bis ein klareres Bild vom weiteren Konjunkturverlauf erkennbar sein wird“, sagte Williamson. Die meisten Experten halten eine Zinserhöhung von 1,25 auf 1,50 Prozent im Juli für möglich.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

01.06.2011, 15:22 Uhr

Der Kampf um den Euro ist ein Kampf zwischen den Bevölkerungen der Euro-Ländern und den internationalen Bankenkartellen der Großfinanz. Immer klarer wird, dass weder den prosperierenden Geberländern noch den absteigenden Nehmerländern der Euro eine weitere Perspektive bietet. In den Krisenländern kollabiert die Wirtschaft und der Privatkonsum. Schulden werden mit neuen, uneinlösbaren Verpflichtungen verbunden. Eine Abwärtsspirale ohne Ende. Aber auch Geberländer wie Deutschland gehen an den Verpflichtungen zugrunde. Schon schwächt sich das Wirtschaftswachstum ab, der noch eben lauthals verkündete Jobboom wird zu einer schüchternden Pflanze. Nur 8000 neue Jobs im umsatzstarken Frühjahr - auch hier dreht das Blatt bereits wieder Belastungen und negative Zukunftsprognosen schlagen durch. Trotzdem wird das Euro-Chaossystem bis zum bitteren Ende weitergespielt. Den Bankern wird damit die Gelegenheit geboten, auch noch ihre restlichen Schrottanleihen bei der EZB zu hinterlegen und damit zu sozialisieren. Deutschlands zukünftiger Schuldenberg explodiert, ohne dass die Öffentlichkeit überhaupt Kenntnis davon erhält.

Account gelöscht!

01.06.2011, 17:01 Uhr

Und ?

will immer noch keiner in den Dollar wecchseln ?

Wer demnächst wie die Amis und ein Großteil des Restes auf der Welt mit weniger auskommen muß, keiner sollte sich einbilden von ihren Sklaventreibern mehr zu bekommen, sollte Dollars besitzen. Denn diese stellen den wesentlichsten Besitz der Sklaventreiber dar. Und diese werden sie bis aufs Messer verteidigen.

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