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13.02.2015

14:30 Uhr

Griechenland

Wirtschaft wächst erstmals seit langem wieder

Experten gehen davon aus, dass die griechische Wirtschaft 2014 erstmals seit langem wieder gewachsen ist. Das BIP dürfte um rund 0,8 Prozent gestiegen sein. Die offizielle Zahl wird aber erst Mitte März veröffentlicht.

Das BIP dürfte im Jahr 2014 leicht gestiegen sein. dpa

Das BIP dürfte im Jahr 2014 leicht gestiegen sein.

Berlin/AthenGriechenlands Wirtschaft ist nach sechs Rezessionsjahren 2014 erstmals wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte um rund 0,8 Prozent gestiegen sein, wie Reuters-Berechnungen auf Basis der am Freitag vorgelegten Daten des nationalen Statistikamts Elstat ergaben. Zum Jahresende gab es allerdings einen Dämpfer für das schuldengeplagte Land. Das BIP schrumpfte nach Elstat-Angaben zwischen Oktober und Dezember um 0,2 Prozent zum Vorquartal.

„Die schwache Entwicklung zum Jahresende erhöht den Druck auf die Politik, eine Einigung im Schuldenstreit mit den öffentlichen Gläubigern zu finden“, sagte BayernLB-Ökonom Johannes Mayr. So könne die politische Unsicherheit bereits im Schlussquartal 2014 wieder für ein abruptes Ende der wirtschaftlichen Erholung gesorgt haben.

Die nächsten Stationen im griechischen Schuldendrama

27. Februar

Genau drei Jahre, nachdem der Bundestag dafür gestimmt hatte, ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland aufzulegen, haben die Abgeordneten dieses um vier Monate verlängert. Damit soll Athen mehr Zeit bekommen, die Auflagen umzusetzen, damit noch nicht ausgezahltes Geld aus den Hilfstöpfen fließen kann. Das geschieht aber nicht sofort.

28. Februar

Um Mitternacht wäre das geltende Hilfsprogramm ausgelaufen.

Ende April

Bis dahin sollen Athen und die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die bislang nur grob vereinbarten Reformvorhaben weiter ausarbeiten und mit konkreten Zahlen unterlegen. Sind alle einverstanden, kann Geld ausgezahlt werden. Dafür ist auch die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestags nötig.

Wie viele Euro Griechenland noch zustehen, ist nicht ganz klar. Da ist zum einen die noch ausstehende Tranche aus dem Hilfsprogramm von 1,8 Milliarden Euro. Außerdem liegen rund 1,9 Milliarden Euro aus Gewinnen der EZB mit griechischen Staatsanleihen bereit. Einschließlich weiterer Mittel des IWF hofft Athen auf eine Summe von 7,2 Milliarden Euro.

30. Juni

An diesem Tag läuft das nun verlängerte zweite Hilfsprogramm aus. Viele Fachleute und Finanzpolitiker gehen davon aus, dass anschließend ein drittes Hilfspaket für Griechenland nötig sein wird. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dies nie ausgeschlossen. Ob und in welcher Höhe ein solches Programm kommt, dürfte für neue harte Debatten sorgen.

20. Juli

Griechenland muss Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Analysten zufolge dürfte Athen bis zu diesem Termin finanziell über die Runden kommen. Danach wäre das Land aber vermutlich auf weitere Hilfe angewiesen, um den Staatsbankrott zu verhindern.

20. August

Weitere 3,2 Milliarden Euro an die EZB werden fällig.

Die neue griechische Regierung verhandelt mit den internationalen Geldgebern über weitere Unterstützung. Man werde alles tun, um am Montag beim wichtigen Treffen der Euro-Finanzminister ein Abkommen zu erzielen, sagte ein Regierungssprecher in Athen dem Sender Skai TV. Ohne Einigung droht Griechenland erneut die Staatspleite, die bislang nur mit Hilfen in Höhe von 240 Milliarden Euro verhindert werden konnte.

Im Gegenzug dafür musste Griechenland einen harten Sparkurs fahren und umfassende Reformen umsetzen. Diese Politik hat die Wirtschaft zunächst gebremst, zahlt sich nach Ansicht einiger Experten aber langsam aus. In den ersten drei Quartalen 2014 war das BIP jeweils gewachsen.

Im Schlussvierteljahr ging es dann aber wieder zurück. „Auch die Haushaltsdaten sind zuletzt deutlich schlechter ausgefallen“, sagte Christian Lips von der NordLB. „Offenbar haben die Griechen in Erwartung gesetzlicher Änderungen Steuerzahlungen zurückgehalten.“

Die offizielle BIP-Zahl für das Gesamtjahr 2014 veröffentlichen die Statistiker in Athen erst Mitte März. Die bisherige Schätzung des griechischen Finanzministeriums lag bei plus 0,7 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet die EU-Kommission bislang 2,5 Prozent Wachstum, das sich 2016 auf 3,6 Prozent beschleunigen dürfte.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.02.2015, 14:37 Uhr

Das Griechische Wachstum tendiert, genauso wie die Zinsen auf meinen Sparbuch, gegen Null. Danke!

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