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29.01.2010

12:13 Uhr

Griechischer Finanzminister

„Verhandeln nicht über EU-Rettungsgelder“

Die griechische Regierung dementiert Berichte, nach denen sich das Land um Rettungsgelder der EU als letztes Mittel gegen einen drohenden Staatsbankrott bemüht. Gleichzeitig warnt der griechische Staatschef jedoch davor, dass die Krise auch andere Länder derart hart treffen könne.

Griechischer Finanzminister: „Verhandeln nicht über EU-Rettungsgelder“. dpa

Griechischer Finanzminister: „Verhandeln nicht über EU-Rettungsgelder“.

HB DAVOS/MAILAND. Griechenland verhandelt nach Angaben von Finanzminister Giorgos Papakonstantinou nicht mit europäischen Regierungen über Nothilfen für das in finanziellen Schwierigkeiten steckende Land. Es gebe keine solchen Gespräche, sagte der Minister am Freitag Bloomberg TV. Die „Financial Times“ hatte unter Berufung auf EU-Kreise berichtet, das südosteuropäische Land würde als letzte Möglichkeit Rettungsgelder von der EU-Kommission und den Regierungen der Euro-Zone erhalten. Es sei nicht hilfreich, über einen Plan B zu reden, sagte Papakonstantinou dazu. Falls nötig würde mehr getan, um die Schulden zu reduzieren.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou warnte in der italienischen Zeitung „Il Sole 24 Ore“ vor ähnlichen Problemen in anderen Staaten. „Unsere europäischen Partner müssen verstehen, dass dies in der schwierigen Lage der Weltwirtschaft allgemein ein Problem ist. Heute sprechen wir über Griechenland, aber morgen kann es auch andere treffen.“ EU-Währungskommissar Joaquin Almunia sagte in Davos, es bestehe keine Gefahr, dass Griechenland pleitegehe oder aus der Euro-Zone ausschere. „In der Euro-Zone gibt es keinen Staatsbankrott“, sagte Almunia zu Bloomberg TV.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou warnte in der italienischen Zeitung „Il Sole 24 Ore“ unterdessen vor ähnlichen Problemen in anderen Staaten. „Unsere europäischen Partner müssen verstehen, dass dies in der schwierigen Lage der Weltwirtschaft allgemein ein Problem ist. Heute sprechen wir über Griechenland, aber morgen kann es auch andere treffen.“

EU-Währungskommissar Joaquin Almunia sagte in Davos, es bestehe keine Gefahr, dass Griechenland pleitegehe oder aus der Euro-Zone ausschere. „In der Euro-Zone gibt es keinen Staatsbankrott“, sagte Almunia zu Bloomberg TV.

Die schwere Finanzkrise des Euro-Landes Griechenland sollte nach Angaben der Bundesregierung nicht überbewertet werden. Griechenland habe unverändert Zugang zum Kapitalmarkt. Es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Michael Offer, am Freitag in Berlin.

Hinter den Turbulenzen an den Märkten stünden auch Spekulanten. Deutschland bewerte die griechischen Pläne zum Schuldenabbau als angemessen. „Wir sind zuversichtlich, dass Griechenland den Ernst der Lage erkannt hat“, sagte Offer. Die Finanzminister der Euro-Gruppe würden die Umsetzung der Athener Spartpläne genau überwachen.

Kommentare (1)

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Thomas

29.01.2010, 13:54 Uhr

Diese Krise bietet ungeahnte Rendite-Chancen bei sehr überschaubarem Risiko. 2jährige griechische Staatsanleihen rentieren mittlerweile bei über 5% p.a. . Unglaublich !

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