Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2012

15:41 Uhr

Großbritannien

BIP schrumpft um 0,7 Prozent

Die britische Wirtschaft steckt mitten in einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal 2012 zum dritten Mal in Folge geschrumpft.

Großbritannien steckt in der Rezession. dpa

Großbritannien steckt in der Rezession.

LondonDie britische Wirtschaft ist im Frühjahr so stark eingebrochen wie seit dem Höhepunkt der Rezession Anfang 2009 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen April und Juni um 0,7 Prozent zum Vorquartal und damit zum dritten Mal in Folge. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet.

Premierminister David Cameron sprach am Mittwoch von enttäuschenden Daten. „Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um unsere Schulden in den Griff zu bekommen, das Defizit anzugehen und die Wirtschaft anzukurbeln", sagte der Regierungschef dem TV-Sender Sky.

Finanzminister George Osborne räumte „tiefverwurzelte wirtschaftliche Probleme" ein. Ökonomen hatten wegen eines zusätzlichen Feiertages anlässlich des 60-jährigen Thronjubiläums von Königin Elizabeth II. bereits mit einer schwächeren Wirtschaftsleistung gerechnet. Das Ausmaß überraschte die meisten Fachleute jedoch.

„Das sind schreckliche Daten", sagte Commerzbank-Analyst Peter Dixon. „Es gibt ehrlich gesagt nichts Gutes, was man daraus ablesen könnte." Christian Schulz von der Berenberg Bank betonte: „Die Rezession im Vereinigten Königreich geht nicht nur einfach weiter, sie verschärft sich auch stärker als erwartet."

Der Service-Sektor, der drei Viertel der Wirtschaftskraft ausmacht, schrumpfte um 0,1 Prozent zum Vorquartal. Die Industrie drosselte ihre Produktion um 1,4 Prozent und damit so stark wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Kurzfristig erwarten Ökonomen von den Olympischen Spielen in London, die am Freitag offiziell eröffnet werden, gewisse Impulse.

Die langfristigen Aussichten sind aber weniger rosig. Der Internationale Währungsfonds traut Großbritannien für 2012 nur noch ein Mini-Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent zu.

Die schwachen Daten erhöhen den Druck auf die Regierung, für mehr Wachstum zu sorgen. Aber die konservativ-liberale Koalition will unter allen Umständen am Sparkurs festhalten und das hohe Haushaltsdefizit von rund acht Prozent abbauen.

Die britische Zentralbank hatte im Kampf gegen die Konjunkturflaute und die Schuldenkrise ihr Anleihenkaufprogramm zuletzt um 50 Milliarden auf 375 Milliarden Pfund aufgestockt.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rene

25.07.2012, 16:34 Uhr

Wohin das Auge sieht bzw. wohin das Ohr hört: Schulden, Schulden, Schulden.

Wie wäre es mal mit Bescheidenheit und Fleiß.

Rechner

25.07.2012, 17:07 Uhr

Die Staatsverschuldung Großbritanniens betrug per 30. Juni 144,5% des Bruttosozialprodukts.

www.hm-treasury.gov.uk/d/psf.pdf (Seite 22)

Die Schaufensterzahl von 66,1% kommt durch das Weglassen der durch die Bankenrettung verursachten Staatsschulden zustande (excluding financial interventions).

Seit 2007 (Northern Rock) ist man dabei, dieses Engagement aufzulösen. Das wird aber von Jahr zu Jahr schwieriger.

Irgendwann wird man die restlichen "Zombie-assets" abschreiben und die verbleibenden Schulden in den "ordentlichen Haushalt" übernehmen müssen.

Oder ewig mit dem Schattenhaushalt weiterfahren.

Auch OK, solange die Betrügeragentur Moody's Aaa für diese Zombiebank ausgeben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×