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22.11.2011

21:39 Uhr

Großbritannien

Reich wird immer reicher

Innerhalb der letzten dreißig Jahre hat sich das Einkommensgefälle in Großbritannien drastisch erhöht. Während die Spitzenverdiener mehr als das Vierzigfache verdienen, schauen Durchschnittsarbeiter in die Röhre.

Der beleuchtete Buckingham Palace in London. picture-alliance / dpa/dpaweb

Der beleuchtete Buckingham Palace in London.

LondonDie Gehälter britischer Spitzenverdiener haben sich laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie in den vergangenen 30 Jahren um mehr als das Vierzigfache erhöht. Der Durchschnittslohn im Land habe sich seit dem Jahr 1980 dagegen nur etwa verdreifacht, teilte die unabhängige sogenannte Hochlohnkommission mit. Demnach liegt er derzeit bei rund 25.900 Pfund (knapp 30.000 Euro) pro Jahr. Das durchschnittliche Jahresgehalt der Chefs der hundert größten britischen Unternehmen bezifferte die Kommission indes auf 4,2 Millionen Pfund (gut 4,85 Millionen Euro) im Jahr 2010. 

„Die astronomischen Lohnzuwächse schaden der britischen Wirtschaft“, teilte die Kommission mit. Sie verzerrten die Märkte, entzögen Schlüsselsektoren Expertise und belohnten Fehlentscheidungen. Die Behauptung, dass die Bezahlung stetig ansteigen müsse, um gute Mitarbeiter zu binden, enthalte „wenig Wahrheit“, hieß es in der Studie.

Zunehmende Lohnunterschiede zwischen den Spitzenverdienern und der breiten Masse beförderten zudem eine „öffentliche Ernüchterung“ und zerstörten Vertrauen. Die Kommission forderte daher für die Lohnfindung eine staatliche Aufsicht sowie Mitspracherechte der Arbeitnehmer.

Von

afp

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

22.11.2011, 22:37 Uhr

Extreme Ungleichheit in einer Gesellschaft sind auf lange Sicht sehr schädlich in vielerlei Hinsicht. Wer 1/4 Stunde Zeit hat und English versteht sollte sich mal dieses Video anschauen: http://www.ted.com/talks/richard_wilkinson.html
Den Menschen in Japan, Finnland, Norwegen, Schweden Dänemark geht es wohl am besten. Die USA und UK dagegen sind ganz weit hinten.
Es besteht ein Zusammenhang zwischen Wohlergehen und dem Einkommensunterschied in einer Gesellschaft. Je geringer der Unterschied zwischen Arm und Reich ist, umso besser geht es den Menschen !

Diejenigen 1-10% die den Großteil der Einkommen einstreichen, sollten sich Gedanken machen. Wenn das Wirtschaftssystem wie wir es kennen überleben soll, dann muss die enorme Ungleichheit beim Einkommen verringert werden. Verzichtet auf etwas Rendite und bezahlt eure Angestellten und Arbeiter besser. Das ist für alle gut.
Das Anhäufen von Reichtum kann Motivation sein, ist aber kein Wert an sich. Stabilität ist was wir brauchen.

Account gelöscht!

22.11.2011, 23:02 Uhr

@net_worker: Das hier sagt aber aufgrund von nachprüfbaren Fakten etwas anderes aus als Sie: http://www.gapminder.org/world/ Wie erklären Sie diesen Unterschied?

Kommentar_aus_dem_Prekariat

22.11.2011, 23:03 Uhr

Was bringt es den Reichen, wenn sie wie in einem Gefängnis, hinter schwerbewachten meterhohen Mauern ihr Dasein fristen müssen, weil sie ansonten vom verarmten Mob gelyncht werden würden.
Die Vermögenden und Reichen müßten ein persönliches Interesse daran haben, das es den weniger erfolgreichen und betuchten Menschen trotzdem gut geht und sie mit ihrer Hände Arbeit Wohlstand und Zufriedenheit erwirtschaften können. Nur dann gibt es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ansonsten sind alle Verlierer, selbst der Reiche, der dann in seinem schwerbewachten Luxusgefängnis sitzt, und täglich um sein und das Leben seiner Angehörigen und Kinder bangen muß.
Dann hat er nichts von seinem riesigen Reichtum und seinem Vermögen, weil ihm die Freiheit fehlt.

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