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01.11.2015

16:10 Uhr

Güter und Dienstleistungen

Deutsche Exporteure knacken schon Dienstag „Eine-Billion-Euro-Marke“

Früher als sonst durchbrechen die deutschen Exporte in diesem Jahr die Marke von einer Billion Euro. Der Außenhandelsverband rechnet deshalb für das Gesamtjahr 2015 mit einem neuen Exportrekord.

Der BGA rechnet für 2015 mit einem Exportrekord. dpa

Deutsche Exporte

Der BGA rechnet für 2015 mit einem Exportrekord.

BerlinDie deutsche Exporte erreichen im Jahr 2015 die Marke von einer Billion Euro früher als sonst. Dieser Wert an Gütern und Dienstleistungen, die seit Jahresbeginn ins Ausland ausgeführt wurden, werde am Dienstag erreicht, berichtete die “Welt am Sonntag“ mit Verweis auf eine noch unveröffentlichte Berechnung des Außenhandelsverbands BGA. In den zurückliegenden Jahren war die Billionen-Schwelle deutlich später erreicht worden - 2014 am 21. November und 2013 am 2. Dezember.

Der BGA rechnet für das Gesamtjahr 2015 deshalb mit einem neuen Exportrekord von Gütern im Wert von insgesamt 1,19 Billionen Euro, wie die Zeitung weiter berichtete. Die deutsche Wirtschaft sei „breit aufgestellt“ und profitiere von der wirtschaftlichen Erholung in den traditionellen Absatzmärkten, sagte BGA-Präsident Anton Börner. 2015 habe insbesondere der Handel mit den USA stark zugelegt.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Börner sieht die deutschen Exporteure in den kommenden Jahren jedoch erheblichen Risiken ausgesetzt. Viele Märkte würden wegbrechen, darunter Russland und die Ukraine. „Das sind keine Bagatellen“, ergänzte der BGA-Präsident. Die Folge sei, dass die deutsche Exportwirtschaft von Ländern und Regionen abhängiger werde, in denen das Geschäft noch gut laufe. „Das macht uns anfällig für Schocks, gar zu leicht kann es eine Spirale nach unten geben.“

Von

afp

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