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24.12.2015

11:41 Uhr

Gute Konjunkturaussichten

Zahl der Firmenpleiten dürfte 2016 weiter sinken

Experten sind sich einig: Im nächsten Jahr wird es in Deutschland dank der guten Konjunktur weniger Unternehmensinsolvenzen geben. Ganz anders dürfte es beim wichtigen Handelspartner China aussehen.

Mussten 2015 23.230 Unternehmen eine Insolvenz anmelden, sollen es im kommenden Jahr „nur“ 22.000 bis 23.000 sein. dpa

Sinkende Insolvenzzahlen erwartet

Mussten 2015 23.230 Unternehmen eine Insolvenz anmelden, sollen es im kommenden Jahr „nur“ 22.000 bis 23.000 sein.

NeussDie Zahl der Firmenpleiten in Deutschland wird 2016 weiter sinken. Davon gehen sowohl die Wirtschaftsauskunftei Creditreform, als auch der Kreditversicherer Euler Hermes aus. Mussten 2015 noch 23.230 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten, so rechnet der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung Michael Bretz für 2016 „nur“ noch mit 22.000 bis 23.000 Firmenpleiten. Das entspräche einem Rückgang zwischen einem und fünf Prozent. Der Kreditversicherer Euler Hermes erwartet 2 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen in Deutschland.

Die wichtigsten Gründe für die positive Entwicklung seien die anhaltend gute konjunkturelle Entwicklung und die guten Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen, sagte Bretz. Doch ist die Lage längst nicht überall so komfortabel wie in Deutschland.

Euler-Hermes-Vorstand Ulrich Nöthel, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Firmenpleiten weltweit kontinuierlich gesunken. Doch dieser Trend wird sich 2016 voraussichtlich nicht fortsetzen.“ Die Zahl der Insolvenzen werde weltweit mit rund 300.000 etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Die wichtigsten Insolvenzen 2015

Kettler

Der traditionsreiche Sport- und Freizeitartikelhersteller meldete Anfang Juni Insolvenz an. Mit Einschnitten beim Personal und dem Verkauf eines Fahrradwerks will das Unternehmen die Sanierung möglichst schnell abschließen. Zu den größten Erfolgen in der Vergangenheit zählte das Kindertretauto Kettcar.

Imtech

Das Bauunternehmen, gegen das verschiedene Staatsanwaltschaften ermitteln, musste Anfang August Insolvenz anmelden. Die wichtigsten Entscheidungen über die Zukunft des Unternehmens sind inzwischen gefallen. Einige Tochtergesellschaften und Beteiligungen wurden verkauft, das Kerngeschäft wird von einer Tochtergesellschaft der Bremer Gustav Zech Stiftung weitergeführt. Zech plant, einen erheblichen Anteil der noch 500 Imtech-Baustellen mit den Mitarbeitern fortzuführen, darunter auch die Arbeiten am Hauptstadtflughafen BER.

Strauss Innovation

Die in eine finanzielle Schieflage geratene Kaufhauskette meldete im Juni Insolvenz an. Unter der Regie eines neuen Eigentümers soll das sanierte Unternehmen künftig weiter betrieben werden. Damit sollen voraussichtlich mehr als die Hälfte der knapp 1100 Arbeitsplätze erhalten bleiben. 22 der 77 Filialen sollen allerdings Medienberichten zufolge Ende Januar schließen.

Nordseewerke

Die Traditionswerft hatte im Mai 2015 Insolvenzantrag gestellt. Ein neuer Investor verspricht eine Rückkehr in den Schiffbau, nachdem das Unternehmen zuletzt im Bereich Offshore-Zulieferungen aktiv war. Nur ein Teil der 180 Beschäftigten soll übernommen werden.

Fleischmann

Dem Hersteller von Modelleisenbahnen wurden vor allem hohe Pensionslasten zum Verhängnis. Im August musste er deshalb Insolvenzantrag stellen. Doch inzwischen stehen die Signale für das Traditionsunternehmen wieder auf grün. Noch im Januar soll Fleischmann aus dem Insolvenzverfahren entlassen werden, wie der Insolvenzgeschäftsführer kürzlich mitteilte.

In Schwellenländern wie China oder Brasilien rechnen die Experten des Kreditversicherers sogar mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen. Bei Deutschlands drittwichtigstem Handelspartner China dürfte die Zahl der Firmenpleiten 2016 den Prognosen zufolge um 20 Prozent zunehmen, in Brasilien um 18 Prozent. Damit steige für die exportorientierte deutsche Wirtschaft auch das Risiko, auf offenen Rechnungen sitzen zu bleiben, warnte der Kreditversicherer.

In Deutschland dürfte die gute Wirtschaftslage dagegen 2016 auch bei der Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen für weitere Entspannung sorgen. Hier prognostizieren die Creditreform-Experten einen Rückgang um bis zu fünf Prozent auf 75.000 Fälle. Der lebhafte Konsum und der stabile Arbeitsmarkt sorgten dafür, dass „Stagnation keine Option“ sei, sagte Bretz.

Von

dpa

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