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30.10.2013

10:57 Uhr

Gute Lage am Arbeitsmarkt

In Deutschland arbeiten so viele wie noch nie

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober auf den niedrigsten Stand seit knapp einem Jahr gefallen. Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland erreichte einen neuen Rekordstand. Der Ausblick für 2014 ist gut.

Arbeitslosenzahlen

Arbeitslosigkeit auf Jahrestief und Beschäftigungsrekord

Arbeitslosenzahlen: Arbeitslosigkeit auf Jahrestief und Beschäftigungsrekord

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Berlin/WiesbadenDie Herbstbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr nur mäßig ausgefallen. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Oktober zwar um 48.000 auf 2,801 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Im Oktober 2012 waren es aber nochmals 48.000 Arbeitslose weniger „Im Zuge der Herbstbelebung ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Oktober weiter gesunken. Allerdings fiel der Rückgang moderat aus“, sagte Behördenchef Frank-Jürgen Weise. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum September um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent. Im Jahr zuvor hatte sie ebenfalls bei 6,5 Prozent gelegen.

Der Arbeitsmarkt befinde sich insgesamt in einer guten Grundverfassung, erläuterte die BA. Der private Konsum sei derzeit eine starke Stütze der Konjunktur. Gründe hierfür seien das hohe Beschäftigungsniveau, die Steigerung der Reallöhne und die niedrigen Zinsen.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Weise sieht derzeit keine Dynamik am deutschen Arbeitsmarkt. Beschäftigte hätten damit ein geringes Risiko, ihre Arbeit zu verlieren. Doch „gleichzeitig sind die Vermittlungschancen für Arbeitslose geringer geworden“, sagte Weis. Ein stabiler Arbeitsmarkt sei zwar gut. „Aber ein dynamischer Arbeitsmarkt muss unser Ziel sein“, fügte er hinzu.

Für die kommenden drei Monate rechnet der BA-Chef mit keinen größeren Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. „Die Kurzarbeit entwickelt sich unauffällig, und auch die Zahl jener, die frühzeitig Arbeit suchen, verändert sich kaum noch.“

Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen stieg die Arbeitslosenzahl überraschend um 2.000 zum Vormonat. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten eine unveränderte Zahl erwartet. Für die kommenden drei Monate rechnen die Forscher der BA hier mit einer stabilen Entwicklung.

Kommentare (20)

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hermann.12

30.10.2013, 10:26 Uhr

Das ist insgesamt eine gute Nachricht.
Mich irritiert lediglich in den letzten Jahren bis heute, dass diese Entwicklung so gar nicht zu den Krisenszenarien passen will. Deutschlands Arbeitsmarkt ist erheblich vom Export abhängig. Maschinenbau, Chemie und Automobilbranche stellen die großen Arbeitgeber.
Die aber haben zumindest teilweise Absatzprobleme, auch wegen der Markteinbrüche auf der übrigen Welt.
Wie passt das nun zusammen?
Entweder sind die Krisen weniger dramatisch als berichtet, oder sie betreffen uns nicht so stark. Nur wieso kann uns der Nachfrageausfall nicht so betreffen?
Ich kann das jedenfalls nicht nachvollziehen und somit auch keine Vertrauen in die Belastbarkeit dieser Entwicklung entwickeln.

h.

Account gelöscht!

30.10.2013, 10:30 Uhr

Gute Nachrichten die kleine Schönheitsfehler haben. Nicht nur das Arbeitslose in Beschaffungsmaßnahmen versteckt werden, das Job Center schickt 63 Jährige in die Zwangsrente. Hier fehlen den Menschen 30,40,50 oder mehr Euro
im Monat und das für immer. Verweigern sie die Zwangsrente, wird gekürzt oder Geldmittel total verweigert. Ob das noch ein Rechtsstaat ist ist daher fraglich.

Aber wen soll man anrufen, alle stecken unter einer Decke.

Beobachter

30.10.2013, 10:31 Uhr

Ich befürchte, die große Koalition wird durch Abgaben- und Steuererhöhung sowie Regulierung am Arbeitsmarkt die erfreuliche Entwicklung im kommenden Jahr abwürgen.

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