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05.01.2007

14:00 Uhr

Gute Stimmung

Geschäftsklima in Euro-Zone erneut auf Rekordhoch

Für die Euro-Zone wurden heute eine ganze Reihe positiver Konjunkturdaten vorgelegt: Die Arbeitslosenquote ist gesunken, der Einzelhandelsabsatz hat sich wieder erholt. Die beste Nachricht betrifft allerdings die Industrie.

ari DÜSSELDORF. Der von der EU-Kommission erhobene Geschäftsklimaindex stieg im Dezember 2006 weiter und erreichte mit 1,6 Punkten ein neues Allzeithoch. Das Geschäftsklima übertraf damit seinen erst einen Monat zuvor, also im November aufgestellten Rekord. Dieser lag mit 1,55 Punkten bereits höher als der reichlich sechs Jahre zuvor erreichte Spitzenwert von 1,52 Punkten im Mai 2000.

Die EU-Kommission wertete die Verbesserung des Geschäftsklimas als Hinweis auf ein anhaltendes Wachstum der Industrieproduktion im vierten Quartal. Die Industrie in der Euro-Zone schätzte den Daten zufolge die aktuelle Produktion und die Auftragsbestände besser ein, beurteilte ihre Produktionsaussichten aber nicht mehr so optimistisch wie noch im November und Oktober.

Das für die Wirtschaftsstimmung gesondert erhobene Industrievertrauen war mit plus sechs Indexpunkten unverändert, blieb aber deutlich über seinem Durchschnitt von minus sieben Punkten. Das Verbrauchervertrauen stieg erneut um einen auf nunmehr minus sechs Punkte. Der Durchschnitt liegt hier bei minus zwölf Punkte und wird nun immer deutlicher überschritten. Rückläufig waren die Vertrauensindizes im Einzelhandel und beim Bau, im Dienstleistungsbereich blieb der Index unverändert. Der Index für die gesamte Wirtschaftsstimmung in der Euro-Zone sank leicht von 110,3 auf 110,1 Punkte und verfehlte damit die Erwartungen von Bankvolkswirte, die einen leichten Anstieg erwartet hatten.

Unterstrichen wird die robuste Konjunkturentwicklung in der Euro-Zone im vierten Quartal durch ebenfalls heute veröffentlichte Zahlen des Statistikamtes Eurostat. Danach ist die Arbeitslosenquote im November von 7,7 auf 7,6 Prozent gesunken. Im Jahresvergleich bedeutet dies einen Rückgang um 0,7 Prozentpunkte. Außerdem hat sich der Einzelhandelsabsatz wieder erholt. Preisbereinigt stiegen die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent, im Oktober betrug das Plus nur magere 0,1 Prozent, im September waren die Umsätze sogar deutlich gesunken.

In der differenzierten Länderbetrachtung der Wirtschaftsstimmung fällt auf, dass sich das Verbrauchervertrauen in Deutschland stärker aufhellte als im Durchschnitt der Euro-Zone und auch der von der EU-Kommission ausgewiesene Wert für das Einzelhandelsvertrauen in Deutschland im Dezember höher war als im Vormonat und nicht niedriger. Zudem stagnierte der Vertrauensindex für die Bauwirtschaft, im Gegensatz zur Euro-Zone sank er nicht. Das Vertrauen der deutschen Dienstleister nahm den Brüsseler Zahlen zufolge sogar zu.

Diese Werte überraschen, weil alle vier Sektoren von der Mehrwertsteuererhöhung stärker betroffen sind als die Industrie. Dass der EU-Index für die Wirtschaftsstimmung in Deutschland dennoch um 0,3 auf 109,1 Punkte sank, beruhte auf einem ebenfalls überraschenden Rückgang des Industrievertrauens von elf auf neun Punkte.

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