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14.01.2016

15:54 Uhr

Gute Zahlungsmoral

Stabile Konjunktur drückt Firmenpleiten auf Tiefstand

Stabile Konjunktur, geringe Arbeitslosigkeit, günstige Kredite: Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr. Anders sieht die Lage jedoch im Baugewerbe aus.

Schon im Dezember hatte die Auskunftei Creditreform ähnliche Daten vorgelegt. dpa

Übereinstimmende Daten

Schon im Dezember hatte die Auskunftei Creditreform ähnliche Daten vorgelegt.

Hamburg/BerlinDie stabile Konjunktur und ein guter Zugang zu günstigen Finanzierungen haben die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland auf das niedrigste Niveau seit 1999 gedrückt. Auch eine gute Zahlungsmoral von Verbrauchern und Unternehmen trug zu der Entwicklung bei. 23.222 Unternehmen meldeten 2015 Insolvenz an, 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Donnerstag in Hamburg mitteilte.

Für das laufende Jahr prognostiziert Bürgel ein erneutes Minus – von 2,0 Prozent auf 22.700 Firmeninsolvenzen. Vor 17 Jahren war eine neue Insolvenzordnung eingeführt worden. Ähnliche Daten hatte Anfang Dezember auch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform veröffentlicht.

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Die Zahlungsmoral in Deutschland hat sich nach Einschätzung von Inkassounternehmen dank der guten Konjunktur und niedriger Arbeitslosigkeit weiter verbessert. Das geht aus einer Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) unter seinen Mitgliedern hervor. Von ihnen gaben 61 Prozent an, dass Verbraucher und Unternehmen Rechnungen genauso gut wie vor einem halben Jahr begleichen. 29 Prozent stellten ein bessres Zahlungsverhalten fest. Probleme gibt es demnach vor allem im Online-Handel: Jedes zweite Inkassounternehmen berichtete, dass Kunden von Onlineshops Rechnungen nicht wie vereinbart begleichen.

Den Schaden, den zahlungsunfähige Firmen auslösen, bezifferte Bürgel für 2015 auf rund 19,7 Milliarden Euro nach 26 Milliarden Euro im Vorjahr. Grund für den Rückgang seien vergleichsweise wenige Großinsolvenzen. Insgesamt seien erneut mehr als 220.000 Arbeitnehmer von den Pleiten betroffen gewesen. In Bedrängnis gerieten vor allem Firmen in den Branchen Logistik, Bau und Handel. Der größte Fall war der Gebäudeausrüster Imtech, zuständig unter anderem für Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten am Berliner Flughafen BER.

Von

dpa

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