Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2017

10:35 Uhr

Gutes Geschäft in Übersee

Weltkonjunktur treibt deutsche Exporte voran

Deutsche Exporte summierten sich im Januar auf 98,9 Milliarden Euro. Das waren 2,7 Prozent mehr als im Vormonat. Der DIHK liefert entsprechend optimistische Prognosen für das Gesamtjahr.

Eine starke Nachfrage aus Übersee führte zu einem starken Start ins Jahr für deutsche Exporteure. dpa

Hamburger Hafen

Eine starke Nachfrage aus Übersee führte zu einem starken Start ins Jahr für deutsche Exporteure.

BerlinDie deutschen Exporteure haben wegen der wieder stärkeren Nachfrage aus Schwellenländern einen überraschend guten Jahresauftakt erwischt. Ihre Ausfuhren stiegen im Januar um 2,7 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von knapp zwei Prozent gerechnet, nachdem es im Dezember noch einen Rückgang um 2,8 Prozent gegeben hatte.

„Es geht endlich wieder aufwärts“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. „Nach dem Rumdümpeln im Vorjahr kommt der deutsche Export 2017 aus den Puschen.“

IW-Chef Hüther über Deutschlands Exporte: Im Fadenkreuz: der Überschuss

IW-Chef Hüther über Deutschlands Exporte

Premium Im Fadenkreuz: der Überschuss

Die deutschen Exporterfolge werden im Ausland kritisch beäugt. Doch wer die Politik zum Handeln auffordert, muss gute Gründe haben. Protektionismus muss sich jedenfalls Deutschland nicht vorwerfen lassen. Ein Gastbeitrag.

Die Exporte summierten sich auf 98,9 Milliarden Euro, was einem Plus von 11,8 Prozent im Vergleich zum Januar 2016 entspricht. Das war das kräftigste Wachstum seit anderthalb Jahren. Dabei wuchs das Geschäft mit den EU-Ländern um 8,0 Prozent, während das mit dem Rest der Welt mit 17,7 Prozent mehr als doppelt so stark zulegte. „Zu den schon länger gut laufenden Exporten in die EU-Länder kommt jetzt eine steigende Nachfrage aus China, Indien, Russland und allmählich auch aus Brasilien“, so Treier. „Die Schwellenländer verlassen somit ihre lange konjunkturelle Durststrecke - auch wenn einzelne Märkte wie die Türkei in hausgemachten Schwierigkeiten bleiben.“

Der DIHK hält für das Gesamtjahr 2017 ein Exportplus von drei Prozent für möglich. 2016 hatte es nur zu einem Zuwachs von 1,2 Prozent gereicht; dennoch summierten sich die Warenausfuhren auf den Rekordwert von 1,2 Billionen Euro.

Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

Die Trump-Verunsicherung

US-Präsident Donald Trump hat den Freihandel in Frage gestellt. Die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft macht sich zunehmend Sorgen.

Der wichtigste Handelspartner

Tatsächlich sind die USA unter den Einzelstaaten der wichtigste Handelspartner. 2015 wurden nach endgültigen Ergebnissen Waren im Wert von rund 174 Milliarden Euro zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gehandelt (Exporte und Importe). Insgesamt gingen knapp 10 Prozent der deutschen Exporte in die USA. Von dort kamen 7 Prozent der deutschen Importe.

Die Nachbarstaaten

Lange Zeit war Frankreich für Deutschland das wichtigste Land bei der Ein- und Ausfuhr von Waren. 2014 wurde Frankreich jedoch von den USA überholt. Dazu trugen der schwächere Euro, aber auch das vergleichsweise stärkere Wirtschaftswachstum in den USA bei. Drittwichtigster Handelspartner für Deutschland sind die Niederlande, die mit ihren Häfen ein wichtiger Umschlagplatz für den Welthandel sind.

Die Euro-Zone

Als Staatenverbund ist die EU der größte Handelspartner Deutschlands. Von den deutschen Exporten gehen 58 Prozent in die übrigen Länder der EU. In die Länder der Euro-Zone gehen 36 Prozent der Ausfuhren.

Der Kontinent Nr. eins

Wichtigster Kontinent außerhalb Europas für den Handel ist Asien, noch vor Amerika. Allein nach China gehen rund sechs Prozent der Exporte. Insgesamt belegt China als Handelspartner den vierten Platz. Bei den Importen liegt das Land für Deutschland sogar auf Platz eins. Fast zehn Prozent der Einfuhren kommen von dort.

Die Mini-Partner

Nach Afrika gehen lediglich zwei Prozent der deutschen Exporte und nach Australien und Ozeanien weniger als ein Prozent.

Quelle: dpa / alle Werte für 2015

Die Weltkonjunktur hat sich zuletzt deutlich belebt. Zudem hilft der schwache Euro, macht er doch deutsche Produkte in anderen Währungsräumen billiger. Es bleiben aber Risiken wie eine mögliche Abschottung des US-Marktes unter dem neuen Präsidenten Donald Trump und die Folgen eines EU-Austritts Großbritanniens.

Die Importe wuchsen im Januar um überraschend kräftige 3,0 Prozent zum Vormonat und damit zum vierten Mal in Folge. Die Handelsbilanz wies saisonbereinigt einen Überschuss von 18,5 Milliarden Euro auf. Deutschland steht international wegen seiner Rekordüberschüsse am Pranger. Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, bezeichnete sie kürzlich als „ernste Sache“. Er sei eines der schwierigsten Probleme im Handel, mit denen sein Land konfrontiert sei. „Ich denke, es wäre nützlich, mit Deutschland offen über Wege zu sprechen, wie wir diese Überschüsse reduzieren können, und zwar außerhalb der Grenzen und Beschränkungen, die die Deutschen für sich geltend machen.“ Die deutschen Exporte in die USA übertrafen 2016 die Importe von dort um 49 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.03.2017, 09:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

10.03.2017, 10:21 Uhr

Die billigen Arbeitslöhne, die billigen Zeitarbeitskräfte, der künstlich geschaffene niedrige Eurokurs auf Kosten der anderen EURO Länder und deutschen Sparer und Steuerzahler...all diese Faktoren bescheren der Deutschen Exportwirtschaft mehr und mehr Gewinn...man kann auch Sagen...auf Kosten der Deutschen Steuerzahler-Arbeitnehmer/Gesellschaft und EURO Länder betreibt die Deutsche Exportwirtschaft/Verbände ihr perfides Spiel des Gewinnstrebens noch immer mehr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×