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04.12.2012

14:07 Uhr

Handelsbilanz

Deutsche Exporte legen kräftig zu

Die deutsche Exportwirtschaft profitiert von deutlich gestiegener Nachfrage. Immer häufiger gehen die Waren made in Germany ins außereuropäische Ausland. Die Eurokrisenstaaten fahren ihre Aufträge hingegen zurück.

Eines der weltweit größten Containerschiffe am Containerterminal in Bremerhaven. dpa

Eines der weltweit größten Containerschiffe am Containerterminal in Bremerhaven.

WiesbadenAusfuhren in Länder außerhalb der Eurozone haben für Deutschlands Exportwirtschaft die Folgen der Staatsschuldenkrise in den vergangenen Monaten mehr als ausgeglichen. Deutschland exportierte von Juli bis September Waren im Gesamtwert von 275,4 Milliarden Euro - ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Besonders der Export in die USA und Länder Asiens zog an.

Um satte 9,9 Prozent wuchsen die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU gemessen am Warenwert, wie die Statistiker mitteilten. Ihr Anteil erhöhte sich im dritten Quartal demnach auf 44,4 Prozent der deutschen Exporte. Die Ausfuhren in Länder innerhalb der Eurozone gingen hingegen im Zuge der Eurokrise um drei Prozent zurück, wie die Statistiker mitteilten.

In EU-Länder, die nicht zur Eurozone gehören, wurde zwar 3,3 Prozent mehr exportiert; die Ausfuhren nach Großbritannien stiegen sogar deutlich um 13,9 Prozent. Unterm Strich gingen die Exporte in die 26 EU-Länder außerhalb Deutschlands aber dennoch um 0,9 Prozent zurück.

Die Ausfuhren in die am stärksten von der Krise betroffenen Länder brachen zwischen Juli und September regelrecht ein: Das Exportvolumen nach Spanien, Portugal und Griechenland ging laut Statistik um teils mehr als zehn Prozent zurück. Auch der Wert der nach Italien exportierten Waren schrumpfte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 12,4 Prozent.

Einen regelrechten Boom erlebten die Exporte in die Vereinigten Staaten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte: Ihr Wert stieg um 25,7 Prozent. Der Wert nach Südkorea ausgeführter Waren erhöhte sich der Statistik zufolge um 15,8 Prozent, nach Japan wurde 12,9 Prozent mehr exportiert, nach Russland 7,6 Prozent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Das Wachstum der Exporte nach China fiel mit 0,9 Prozent deutlich schwächer aus als bei den anderen Handelspartnern.

Laut Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) überschritten die deutschen Exporte Ende November erneut die Billionen-Grenze. 2011 hatte Deutschland erstmals Waren und Dienstleistungen im Wert von über einer Billion Euro ausgeführt. 2012 wird sich der Wert der Ausfuhren nach Berechnungen des BGA voraussichtlich auf 1103 Milliarden Euro belaufen. Das wäre ein Anstieg um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Einfuhren nach Deutschland gingen von Juli bis September laut Statistik mit einem Minus von 0,4 Prozent leicht zurück. Insgesamt wurden demnach Waren im Wert von 225,3 Milliarden Euro eingeführt. Die Einfuhren aus der EU erhöhten sich leicht um 0,9 Prozent auf 124,9 Milliarden Euro. Aus Drittländern außerhalb der EU hingegen wurden 0,9 Prozent weniger eingeführt. Deren Anteil an den deutschen Einfuhren betrug laut Statistik 44,5 Prozent.

Von

afp

Kommentare (10)

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Urdemokrat

04.12.2012, 10:12 Uhr

Uffz - diese Partner zahlen wenigstens. In der PIGS-Zone wird ja bekanntlich nur mit Target2 bezahlt.

whisky

04.12.2012, 10:57 Uhr

Wie ist das noch mal? Exportübertschüsse minus Importüberschüsse weltweit ergeben Null?
Solang wir nicht an Außerirdische exportieren, bedeuten hohe Exportüberschüsse hohe Ungleichgewichte weltweit.
Was fordern die meisten EU/Euro- und andere Staaten von Deutschland? Binnenmarkt stärken, um die Ungleichgewichte zu verkleinern. Durch kräftige Lohnerhöhungen zum Beispiel.
Aber Neoliberale sind ja auf Lohnsenkungen - und Umverteilung von Unten nach Oben - programmiert.

Account gelöscht!

04.12.2012, 14:13 Uhr

Na bitte, wer sagt es denn....Deutschland braucht den EURO nicht, hat ihn nie gebraucht. Und Europa hat der EURO nur geschadet, die Krise verschärft und ein Ende der Krise kann es nur mit einem Ende einer europäischen Gemeinschaftswährung geben, denn die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder ist viel zu unterschiedlich, um einer stabilen Gemeinschaftswährung jemals Bestand zu geben. Diese Tatsache wird auch nicht dadurch beseitigt, daß die Politik sich diesbezüglich immer wieder in die eigene Tasche lügt und völlig falsche Maßnahmen zur Beseitigung der EURO-Krise weiterverfolgt.
Im Gegenteil sämtliche bisher getroffenen Maßnahmen erhöhter Schuldenpolitik zur Stützung von Staaten, denen es nicht gelang und gelingen wird die bereits mehrfach gebrochenen Maßtrichter Kriterien zur Stabilsierung der Gemeinschaftwährung einzuhalten.
Diese sind:das Haushaltsdefizit darf nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen,
die Schuldenquote darf nicht mehr als 60 Prozent des BIP betragen,
die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozent über dem Durchschnitt der drei besten EU-Länder liegen.
Alle diese Vereinbarungen wurden nicht eingehalten... die Politik muss sich diese Gesetzesbrüche, deren Folgen wir momentan durch die EU-Krise vor Augen geführt bekommen ans Revers heften und den Zusammenbruch Europas verantworten.

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