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07.08.2015

13:42 Uhr

Handelsbilanz

Deutsche Exporte sinken im Juni um ein Prozent

Die deutschen Unternehmen haben ihre Exporte im Juni gedrosselt. Die Ausfuhren sanken zum Vormonat um 1,0 Prozent. Trotz des Rückgangs beeindruckt die Exportwirtschaft im ersten Halbjahr.

Schwache Exportzahlen im Juni

Verlieren Deutsche Produkte im Ausland an Beliebtheit?

Schwache Exportzahlen im Juni: Verlieren Deutsche Produkte im Ausland an Beliebtheit?

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Berlin/FrankfurtDie deutsche Exportwirtschaft ist auf Rekordkurs. Auf dem Weltmarkt sind Waren „Made in Germany“ begehrt, der schwache Euro beflügelt das Geschäft hiesiger Hersteller zusätzlich. Nach dem stärksten ersten Halbjahr seit 2011 bekräftigte der Außenhandelsverband BGA seine Zuversicht für das Gesamtjahr: Deutschlands Exporteure peilen mit einem Exportplus von bis zu 4,5 Prozent auf 1185 Milliarden Euro einen Ausfuhrrekord an – trotz der jüngsten Turbulenzen in China als wichtigem Absatzmarkt und der nach wie vor nicht endgültig beigelegten Krise im Euroraum.

Dem Dämpfer im Juni – sowohl bei Deutschlands Exporten als auch bei der Industrieproduktion – messen Volkswirte nicht allzu große Bedeutung bei. Zwar enttäuschte bei der Produktion der Juni 2015 mit einem Minus von 1,4 Prozent im Vergleich zum Mai. „Allerdings ist jetzt schon abzusehen, dass die Produktion im Juli recht stark ausfallen und auch in den kommenden Monaten tendenziell zulegen dürfte“, kommentierte Commerzbank-Analyst Marco Wagner. „Denn der Trend bei den Auftragseingängen zeigt deutlich nach oben.“

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Positive Impulse für Deutschlands Exporteure kamen zuletzt vor allem aus Ländern außerhalb der Eurozone. Europas größte Volkswirtschaft profitiert in besonderem Maße davon, dass der schwache Euro Produkte aus deutscher Herstellung auf den Weltmärkten günstiger macht. Im zweiten Quartal verlor die europäische Gemeinschaftswährung zum US-Dollar im Jahresvergleich knapp 20 Prozent an Wert. Nach einer Berechnung des Beratungsunternehmens EY auf Basis der Quartalsbilanzen von 14 der 30 Dax-Konzerne geht gut die Hälfte der 19 Milliarden Umsatzplus dieser Unternehmen von April bis Ende Juni auf das Konto der Euroschwäche.

Völlig makellos fiel die Zwischenbilanz des deutschen Außenhandels allerdings nicht aus: Von Mai auf Juni nahmen die Exporte um 1,0 Prozent ab. Nach Einschätzung der BayernLB dürfte die Unsicherheit um Griechenland und China „eine leichte Bremswirkung“ entfaltet haben.

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

07.08.2015, 10:48 Uhr

Habe ich die Außenhandelsstatistik etwa falsch gelesen?
Was soll ich mit unterjährigen Vergleichen anstellen?
destatis ermittelt zum Juni 2014 ein Exportwachstum von 13,7 Prozent. Von Januar bis Juni 2015 stiege der Export gegenüber 2014 um 7 Prozent. Das ist viel mehr, über 50 Prozent mehr, als die Wirtschaftsforscher samt Wirtschaftsministerium im April prognostiziert hatten.
Der Exportüberschuss betrug im ersten Halbjahr stolze 123,7 Milliarden Euro. Die Güter und Dienstleistungen haben Deutschland verlassen. Welcher Wohlstandszuwachs soll denn aus diesen Überschüssen für die Inländer herkommen? Das soll sich nun im zweiten Halbjahr noch einmal alles verdoppeln?
Die Deutschen spielen verrückt, habe ich in meinem Buch vor 4 Jahren geschrieben.

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