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08.06.2011

18:21 Uhr

Handelsblatt-Barclays-Indikator

Deutsche Wirtschaft verliert deutlich an Fahrt

VonDorit Marschall

ExklusivIm dritten Quartal wächst die deutsche Wirtschaft nur noch um 0,5 Prozent - deutlich weniger als im im ersten Vierteljahr, als sie noch um 1,5 Prozent gewachsen war.

D ie deutsche Wirtschaft konnte ihr  Wachstumstempo  nicht halten, das liegt auch an der Bauwirtschaft. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft konnte ihr Wachstumstempo nicht halten, das liegt auch an der Bauwirtschaft.

FrankfurtIm zweiten Quartal wird das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,4 Prozent im Vorquartalsvergleich zulegen, im dritten Quartal um 0,5 Prozent. Das sagt der Handelsblatt-Barclays-Indikator voraus, den die britische Bank Barclays Capital jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt aus einer Fülle aktueller Daten berechnet.

Im ersten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft noch um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Damit war das Vorkrisenniveau von Anfang 2008 wieder überschritten worden. Die Ökonomen von Barclays Capital hatten in ihrer Prognose für das Handelsblatt einen sehr starken Jahresauftakt vorhergesagt und damit richtig gelegen.

„Es gibt Anzeichen dafür, dass die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe beginnt, Schwung zu verlieren“, sagte der Euro-Chefvolkswirt von Barclays Capital, Julian Callow, jetzt dem Handelsblatt. Das lasse sich etwa an den Auftragseingängen ablesen. Die Order waren nach einem starken Rückgang zuletzt zwar wieder gestiegen. Allerdings betrug der Zuwachs ohne die sehr volatilen Aufträge im sonstigen Fahrzeugbau nur 0,2 Prozent.

Dass die deutsche Wirtschaft ihr Wachstumstempo vom Jahresbeginn nicht halten kann, erklärt Barclays Capital-Ökonom Callow auch mit der Bauwirtschaft. Der Sektor habe im ersten Vierteljahr einen beträchtlichen Wachstumsbeitrag geleistet – mehr als ein Drittel steuerte er bei. Das habe an dem milden Wetter zu Jahresbeginn gelegen. „Diesen Beitrag kann der Bau nicht noch einmal leisten“, so Callow. In der Tat: Die Bauproduktion nahm im April um 5,7 Prozent ab, das Bundeswirtschaftsministerium sprach von einer „Normalisierung“. 

Kommentare (2)

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no.7

10.06.2011, 23:43 Uhr

Nur noch 0,4 Prozent ?? aber warum so eine Magerkost, wo es doch an allen ecken brummt und brummt ? die deutsche wirtschaft reißt doch alle sorten Bäume aus, oder ? - daß es im 3.quartal 0,5% werden, glaube ich nicht. das wird wohl eher bei 0.0 % liegen, im 4.quartal minus 0.5 % ist mein tip. Die hochgelobten Exportordres werden im sommer schrumpfen. und dann werden wir ja einmal sehen, wie rasch der geliehene Jubelaufschwung zusammensackt.

Account gelöscht!

08.07.2011, 11:24 Uhr

Wir waren die Glückseeligen auf einer einsamen Insel. Doch jetzt kehrt wieder die Realität zurück, die man weltweit mit vielen Bio $ versucht hatte, wegzuschieben.

+++ Einzelhändler schließen Mai mit minus 2,8% ab +++
In der Kategorie der stärksten Rückgänge findet sich Dänemark (-3,7%), Portugal (-3,1), Deutschland (-2,8) und Österreich (-2,3) wieder.

Und parallel dazu droht unser Export massiv einzubrechen, außer bei den Rüstungsgütern natürlich. Da haben sich die Umsätze in den letzten 5 J. sogar verdoppelt. Aber sonst?

+++ Griechenland, Irland und Portugal sind nur ein kleiner Vorgeschmack +++
Die Lage ist nach Ansicht der BIZ ernst. Es drohe ein Flächenbrand, wenn Staaten und Private nicht umgehend und massiv sparten. Die gängigen Ausreden lassen die Experten nicht gelten.
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Griechenland-Irland-und-Portugal-sind-nur-ein-kleiner-Vorgeschmack/story/15866457

+++ In der Flaute steigt das Crash-Risiko +++
Nun beginnt eine heikle Phase: Schon kleine Schocks können die nächste große Krise auslösen. Und die westlichen Staaten könnten kaum noch etwas dagegen tun. Die Party scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben.
Phasen einer derartigen konjunkturellen Abschwächung sind stets mit erhöhten Risiken verbunden: In einer konjunkturell schwachen Volkswirtschaft können selbst geringfügige negative Überraschungen die Stimmung zum Kippen bringen und die Wirtschaft auf Rezessionskurs schicken. In der derzeitigen Situation ist dieses Risiko noch größer als sonst. Denn zum einen ist das weltweite Finanzsystem immer noch labil, und die mit der Abkühlung der Konjunktur dürfte es tendenziell erneut schwächen. Und eine dauerhaft Lösung der Schuldenkrise in den Peripherieländern offenbar in weite Ferne gerückt ist.

Aber wer hätte dies für möglich gehalten, dass unser Traum drei Jahre lang anhält – von 2008–2011?

+++ unser erträumter Aufschwung – eine Fata-Morgana +++
Aber es war ein schöner Traum.

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