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12.04.2006

09:21 Uhr

Handelsblatt Business-Monitor

Merkel-Begeisterung lässt nach

VonMaximilian Steinbeis

Der Enthusiasmus für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei den Führungskräften der deutschen Wirtschaft wird schwächer. Das ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt Businessmonitors, einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp.

Die Zustimmung für Angela Merkel bei den Top-Managern lässt nach. Foto: dpa dpa

Die Zustimmung für Angela Merkel bei den Top-Managern lässt nach. Foto: dpa

BERLIN. Nachdem mit Ablauf der ersten 100 Tage der politische Alltag in Berlin begonnen hat, ist mit 55 Prozent zwar immer noch die Mehrheit zufrieden mit Angela Merkel. Aber die Spitzenwerte zu Beginn ihrer Amtszeit sind Vergangenheit. Im Januar hatten ihr noch 78 Prozent die Noten „gut“ oder „sehr gut“ gegeben.

Im Durchschnitt erhält die Kanzlerin auf einer Skala von 1 („sehr gut“) bis 5 („sehr schlecht“) im März die Note 2,5 – zwei Zehntelpunkte schlechter als im Februar und vier im Vergleich zum Januar, aber immer noch deutlich besser als ihr Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) in seiner gesamten Amtszeit. Wirklich unzufrieden sind nur vier Prozent, vor der Wahl im September war es noch jeder Dritte.

Auch die Bundesregierung insgesamt bewegt sich mit der Note 2,9 inzwischen deutlich auf Mittelmaßniveau. Die meisten Manager (63 Prozent) geben die Note „befriedigend“, und die Zustimmung überwiegt mit 25 Prozent immer noch deutlich die Skepsis (11 Prozent). Das ist weniger gut als im Januar, als 39 Prozent zufrieden und nur vier Prozent unzufrieden waren. Aber zur Erinnerung: In den letzten Tagen von Rot-Grün, im August 2005, hatte es die damalige Bundesregierung mit 56 Prozent „schlecht“ und 15 Prozent „sehr schlecht“ zu tun.

Der Rückgang der Zustimmung geht auf die Kabinettsmitglieder der Union zurück. Die SPD-Minister liegen mit 3,2 im Vergleich zum Februar stabil, im Vergleich zum Januar etwas schlechter (3,0). Die Unions-Minister sinken dagegen von 2,7 auf 2,8.

Kritisch wird vor allem Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) gesehen. Seine Durchschnittsnote liegt bei 3,4. Sein SPD-Vorgänger Wolfgang Clement war im letzten Jahr kaum schlechter dagestanden. Glos’ Leistung missfällt inzwischen 41 Prozent, fast doppelt so vielen wie im Januar. Nur 10 Prozent applaudieren dem Franken, der sein Amt nach dem Rückzug von CSU-Chef Edmund Stoiber im November nur widerstrebend angetreten hatte und seither nicht durch übermäßig viele wirtschaftspolitische Impulse aufgefallen ist. Etwas mehr Milde kann Glos bei den Jüngeren erwarten: Bei den unter 40-Jährigen senkt nur jeder Vierte den Daumen, die allermeisten (69 Prozent) halten ihn für „befriedigend“.

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