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17.03.2004

17:45 Uhr

Handelsblatt Business-Monitor

Schröders Ansehen bei Topmanagern sinkt

VonMaximilian Steinbeis

Der Führungswechsel in der SPD-Spitze hilft Bundeskanzler Gerhard Schröder und der rot-grünen Bundesregierung auch in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft nicht aus dem Ansehenstief heraus: Im Handelsblatt Business-Monitor, einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts unter gut 800 Führungskräften der deutschen Wirtschaft, ist die Leistungsnote für den Kanzler auf den tiefsten Stand seit dessen Agenda-Rede vor fast genau einem Jahr abgestürzt.

BERLIN. Seine Durchschnittsnote auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht) liegt im März bei 3,9 und somit wieder deutlich schlechter als im Januar/Februar (3,6). Gut zwei von drei Befragten (70 %) halten Schröders Leistung derzeit für schlecht oder sehr schlecht –14 Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn. Ein solches Ausmaß an Unmut schlug Schröder zuletzt im März 2003 entgegen.

Die Bundesregierung insgesamt steht kaum besser da: Sie kommt ebenfalls auf 3,9 (Januar/Februar: 3,8). Knapp drei Viertel der Befragten bewerten ihre Aufgabenerfüllung mit schlecht oder sehr schlecht. Relativ gut kommt dabei nach wie vor Außenminister Joschka Fischer (Grüne) weg, er verharrt bei 3,1 und bekommt immerhin 72 % positive Bewertungen. Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) verbessert sich leicht von 3,3 auf 3,2. Offenbar rechnet man ihm in der Wirtschaft an, dass er sich gegen die von Teilen der SPD geplante Ausbildungsabgabe engagiert. In Großunternehmen mit mehr als 5 000 Mitarbeitern kommt Clement auf die Note 2,9. 83 % der Führungskräfte von Großunternehmen halten seine Leistung für gut oder befriedigend, in kleineren Unternehmen sind es zwischen 66 und 68 %. Die rote Laterne trägt immer noch Finanzminister Hans Eichel (4,1 seit Jahresbeginn), mit dessen Leistungen 82 % unzufrieden sind.

Regional fällt auf, dass die Ostdeutschen die Bundesregierung etwas milder beurteilen als der Rest der Republik: Die Regierung insgesamt kommt auf 3,7, Schröder auf 3,6. Besonders wenig hält man offenbar in der Region Mitte von der Bundesregierung: Dort erreicht Rot-Grün die Durchschnittsnote 4,0, 79 % sind unzufrieden. Allerdings bedeutet eine schwache Regierung der Umfrage zufolge nicht automatisch eine starke Opposition: Die deutschen Top-Manager bewerten die Union mit 3,3 wieder etwas schlechter als zu Jahresbeginn (3,2). CDU-Chefin Angela Merkel verharrt bei 3,1. Immerhin: Schlecht oder sehr schlecht finden ihre Leistungen nur 31 %, das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Januar/ Februar.

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