Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2004

08:00 Uhr

Handelsblatt-Frühindikator stabilisiert sich auf höchstem Niveau seit Juni 2001

Deutschland startet gut ins neue Jahr

Die deutsche Konjunktur kommt in den ersten Monaten des laufenden Jahres trotz der Aufwertung des Euros etwas stärker in Fahrt als bislang gedacht: Dafür spricht der Handelsblatt-Frühindikator im Februar.

ost/HB DÜSSELDORF. Zwar stagniert das Barometer in diesem Monat auf dem Niveau von Januar, dafür wurden aber die Werte für die vier vorangegangenen Monate relativ deutlich nach oben revidiert. Den neuen Zahlen zufolge erreichte der Indikator im Januar nach fünf Anstiegen in Folge mit 1,2 % statt bisher 0,8 % den höchsten Stand seit Juni 2001. Im Februar konnte er sich auf diesem vergleichsweise hohen Niveau behaupten. „Der deutsche Konjunkturzug rollt“, sagt Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor an der Universität Münster, der den Indikator konzipiert hat und ihn berechnet.

Gesamtdeutscher Frühindikator: >>Tabellen

Das Barometer, das dem realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) etwa drei Monate vorausläuft, unterstreicht damit, dass die wirtschaftliche Stagnation in Deutschland nach rund drei Jahren zu Ende ist. Nachdem das BIP im vierten Quartal 2003 noch leicht geschrumpft ist, dürfte es zu Jahresbeginn mit einer gleitenden Jahresrate von 0,8 % wachsen. Bislang prognostizierte der Indikator für den Jahresbeginn nur ein Plus von 0,6 %. „Im zweiten Quartal könnte sich das Wachstumstempo auf gut ein Prozent erhöhen“, sagt van Suntum. Zugleich warnt er aber vor zu hohen Erwartungen: „Von einer dynamischen Aufwärtsentwicklung kann immer noch keine Rede sein.“ Schließlich liege das Wachstumstempo noch deutlich unter der Rate von 1,5 bis 2 %, die die Regierung für das Gesamtjahr erwartet: „Damit dieses bescheidene Ziel erreicht werden kann, muss in der zweiten Jahreshälfte noch einiges passieren.“

Konjunkturbarometer Ost:

>>Tabellen

Hauptgrund für die Aufwärtsrevision der Indikatorwerte ab Oktober ist, dass sich die Konjunktur im vierten Quartal etwas besser entwickelt hat als vom Indikator prognostiziert: Das BIP schrumpfte nur um 0,1 %, während das Handelsblatt-Barometer ein Minus von 0,3 % signalisierte. Der Indikator berücksichtigt für seine Prognosen auch die tatsächliche Entwicklung der Konjunktur. Fällt das Wachstum höher aus als vorhergesagt, führt dieser Selbstlerneffekt dazu, dass die Werte für die Folgemonate automatisch angehoben werden.

Positive Nachrichten gibt es im Februar auch für die neuen Bundesländer: Das Handelsblatt-Ostbarometer, ein gleichlaufender Indikator für die dortige Konjunktur, setzte seine seit Juli andauernde Erholung fort. Im Januar kletterte es um 0,1 Punkte auf 1,0 % und hat sich damit deutlich von seinem Tiefstand im Juni 2003 (–2,1 %) entfernt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×