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04.04.2006

09:00 Uhr

Handelsblatt-Konjunkturbarometer

Änderungen beim Ostbarometer

Das Handelsblatt-Konjunkturbarometer für die neuen Länder wird ab diesem April in etwas veränderter Form berechnet. Unmittelbarer Anlass dafür war, dass die amtliche Statistik über die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe nur noch die gesamtdeutsche Entwicklung ausweist und die getrennte Meldung für Ost- und Westdeutschland eingestellt hat.

ari/DÜSSELDORF. Es stand aber ohnehin eine Neujustierung des Handelsblatt-Ostbarometers an, erläutert Ulrich van Suntum. Die hohe Gewichtung des Baugewerbes in den Einzelreihen sei mit der Zeit immer weniger plausibel geworden. Van Suntum ist Volkswirtschaftsprofessor an der Universität Münster. Er hat die Handelsblatt-Indikatoren entwickelt und betreut sie fortlaufend. In die Neuberechnung des Ostbarometers geht jetzt anstelle der Auftragseingänge bei der Industrie der Ifo-Geschäftsklimaindex für das ostdeutsche verarbeitende Gewerbe mit einem Gewicht von 51 Prozent ein.

Im Gegenzug wurden die Gewichte für die ostdeutschen Bau-Auftragseingänge und das Ifo-Geschäftsklima für das Bauhauptgewerbe in den neuen Ländern von 24 auf elf Prozent beziehungsweise von 71 auf 38 Prozent gesenkt. Diese neuen Gewichte wurden, so van Suntum, über einen rückwirkend längeren Zeitraum im Vergleich zur bisherigen Version ermittelt. Sie führten insgesamt zu einer ebenso hohen Prognosequalität des Ostbarometers wie bisher. Die zurückliegenden Prognosewerte des Ostbarometers haben sich mit der Neuberechnung kaum verändert.

Der aktuelle Anstieg des Ostbarometers im April auf 2,6 Prozent ist nur mittelbar Folge der Berechnungsänderung, da sich das Ifo-Geschäftsklima in der ostdeutschen Industrie im Februar und März sehr kräftig erholt hat. Die nach unten korrigierte Prognose des Handelsblatt-Ostbarometers für das erste Halbjahr 2006 hängt dagegen nicht mit seiner neuen Berechnungsweise zusammen – sie ist vielmehr Folge der Stagnation des ostdeutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2005. Das Berechnungsverfahren des Barometers berücksichtigt neben den Einzelwerten auch die jüngste BIP-Entwicklung. Fällt sie schlecht aus, drückt dies automatisch die folgenden Prognosewerte des Ostbarometers – in diesem Fall für das erste Quartal von 1,4 auf 0,7 Prozent und für das zweite Quartal von 2,0 auf 1,2 Prozent.

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