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02.01.2006

07:17 Uhr

Handelsblatt-Umfrage

Deutschland hat gut lachen

VonDorit Hess

Die Bundesrepublik startet auf der Überholspur in das neue Jahr – zumindest aus dem Blickwinkel europäischer Top-Manager. Die größte Volkswirtschaft Europas hat aus Sicht der Führungskräfte ihre Wettbewerbsfähigkeit als einzige der vier großen Wirtschaftsnationen Europas im abgelaufenen Jahr verbessern können.

Deutschland hat sich verbessert. Wenn Sie die Mienen der übrigen Nationen sehen wollen, klicken Sie auf das Plus-Zeichen. Illustration: Muenk

Deutschland hat sich verbessert. Wenn Sie die Mienen der übrigen Nationen sehen wollen, klicken Sie auf das Plus-Zeichen. Illustration: Muenk

DÜSSELDORF. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors International, einer halbjährlichen, repräsentativen Umfrage. 1 212 Spitzenmanager aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien sowie erstmals aus Österreich und der Schweiz wurden im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege und Comp. von Marktforschern interviewt, von dem Hamburger Psephos-Institut und Innofact telefonisch sowie von Marktagent.com online.



Eines der Kernergebnisse: Die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bewerteten die Top-Manager 2005 das zweite Mal in Folge besser als im Jahr zuvor. Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis fünf (sehr schlecht) kommt die Bundesrepublik nun auf eine Durchschnittsnote von 2,8, nach einer 2,9 in 2004 und einer 3,4 im Jahr 2003. Damit liegt Deutschland weiterhin gleichauf mit dem EU-Durchschnitt. Die Schweiz, Österreich sowie Großbritannien rangieren zwar mit einer 2,6 auf höherem Niveau – für die Briten bedeutet das aber Stillstand gegenüber 2004, für die anderen beiden Länder wurden 2005 erstmals Daten erhoben. Die Italiener, die sich wie die Franzosen verschlechtert haben, liegen mit einem Wert von 3,3 ganz hinten – eine Position, die noch vor drei Jahren Deutschland belegte. Unangefochten an der Spitze liegt weiter China (1,9).

Tabelle: Wie wettbewerbsfähig Deutschland ist

Während für das verbesserte Urteil über den Standort Deutschland bei der letzten Umfrage noch die ausländischen Top-Manager sorgten, sind nun auch deutsche Führungskräfte zuversichtlicher für ihren heimischen Standort: Nach einer 3,3 im Jahr 2004 bewerteten sie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands 2005 immerhin mit einer 3,1.

Dieses Urteil der Unternehmenslenker bekräftigen Ökonomen. „Deutschland hat im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit die meisten Fortschritte gemacht im Vergleich zu den anderen Ländern der Euro-Zone“, sagt Thomas Mayer, Europachefvolkswirt der Deutschen Bank in London. Das Land sei mit hohen Lohnkosten der Währungsunion beigetreten, doch nun hätten die Unternehmen kräftig restrukturiert und so die eigene Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Morgan-Stanley-Konjunkturexpertin Elga Bartsch zeigt sich gar überrascht, dass die Bundesrepublik nicht noch besser abgeschnitten hat. Betrachte man die kurzfristigen Konjunkturaussichten, sei das Ergebnis „ein bisschen mau“. Auch die Weltbank kam in ihrem Report „Doing Business in 2006“ zu dem Ergebnis, in Deutschland hätten sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen 2004 so deutlich verbessert wie in keinem anderen hoch entwickelten Industrieland.

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