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05.03.2006

18:06 Uhr

Handelsblatt-Umfrage

Konzerne investieren wieder mehr im Inland

Die deutsche Großindustrie geht in die Offensive. Nach jahrelanger Zurückhaltung wollen die meisten Unternehmen 2006 mehr investieren als im Vorjahr. Dabei konzentrieren sie sich wieder stärker auf den Standort Deutschland. Allerdings: Die Produktionsverlagerungen ins Ausland schreiten ungeachtet dessen voran.

Deutschland-Fahne auf dem Berliner Reichstag: Die Konzerne wollen wieder verstärkt im Inland investieren. Foto: dpa

Deutschland-Fahne auf dem Berliner Reichstag: Die Konzerne wollen wieder verstärkt im Inland investieren. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Dies ist das Ergebnis einer Handelsblatt-Umfrage (Montagsausgabe) unter den 30 Konzernen des Deutschen Aktienindexes (Dax). Insgesamt wollen zwei Drittel der Konzerne ihre Investitionen erhöhen. Dabei handelt es sich vor allem um jene Unternehmen, die in den vergangenen Jahren einseitig ihre Aktivitäten im Ausland verstärkt haben.

„Nur die konsequente Ansiedelung von Produktionsstätten im Ausland ermöglicht es letztendlich, wettbewerbsfähig zu bleiben und damit auch am Hochkostenstandort noch zu investieren“, sagte Continental-Vorstandschef Manfred Wennemer dem Handelsblatt. Der Reifenhersteller will im laufenden Jahr 900 Mill. Euro ausgeben, davon etwa ein Drittel in Deutschland. Das sind fast zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Weitere Beispiele sind der Automobilhersteller BMW, die Lufthansa, die Softwareschmiede SAP und Linde. Der Mischkonzern erwirtschaftet zwar einen Großteil seiner Umsätze im Ausland, hat aber auch in Deutschland die Kosten wieder im Griff. Linde will die hiesige Gabelstapler-Sparte deutlich verstärken.

Allerdings bedeuten die Ankündigungen, sich wieder mehr im Inland zu engagieren, kein Ende der Produktionsverlagerungen ins Ausland. Ein Metro-Sprecher sagte stellvertretend für viele Dax-Konzerne: „Seit Jahren entfallen rund zwei Drittel der Investitionen auf den weiteren Ausbau des internationalen Geschäfts. Daran wird sich auch 2006 nichts ändern.“ Der Einzelhandelskonzern erzielt seit langem einen Großteil seiner Gewinne im Ausland.

Trotz des stärkeren Engagements der Unternehmen in Deutschland ist ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit nach wie vor nicht in Sicht. „Um nachhaltig das Wachstum zu beflügeln und Arbeitsplätze aufzubauen, müssten die Ausrüstungsinvestitionen prozentual zweistellig zulegen. Das ist bislang nicht zu erkennen“, sagt IW-Chef Hüther. Derzeit liegen die Prognosen für 2006 bei sechs Prozent. „Im Moment erleben wir nur, dass der negative Trend am Arbeitsmarkt gebremst wird, für eine Wende reicht das aber noch lange nicht“, sagte der Arbeitsmarktdirektor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Hilmar Schneider.

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