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03.04.2011

20:20 Uhr

Hannover-Messe

BDI-Chef fordert Investitionsoffensive

Die Auftragsbücher der Industrie sind gefüllt, aber Lage nach Japan bleibt fragil. BDI-Chef Keitel verlangt darum eine Investitionsoffensive für Deutschland. Besonderer Augenmerk liege dabei auf der Energieversorgung.

Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), will Investitionen fördern. Quelle: dapd

Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), will Investitionen fördern.

HannoverDie deutsche Wirtschaft geht mit gespaltenen Gefühlen in die nächsten Monate. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, aber die Lage ist mit Blick auf die Tragödie in Japan und die Krise der Euro-Zone fragil“, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonntagabend in Hannover. Der deutsche Maschinen- und Anlagebau geht für dieses Jahr von einem Produktionswachstum von zehn Prozent aus; die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie rechnet mit einem Anstieg von rund sechs Prozent. Die Prognosen stehen allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Katastrophe in Japan nicht zu Einbrüchen in der Weltwirtschaft führt. 

Bisher gehen Experten nicht von größeren Rückschlägen für die Konjunktur aus. Allerdings hat die Industrie in der Euro-Zone wegen der Unruhen in Nordafrika und der Naturkatastrophe in Japan etwas an Schwung verloren. Aus einer jüngst veröffentlichten Markit-Umfrage unter 3000 Unternehmen geht hervor, dass die Geschäfte zwar auch im März prächtig liefen. Allerdings hätten die Betriebe geringere Zuwächse bei Produktion und im Neugeschäft verzeichnet. Experten rechnen damit, dass nun ein Wendepunkt in der Industriekonjunktur erreicht sein könnte. 

Keitel regte eine Investitionsoffensive für Deutschland an. Besonderes Augenmerk solle der „sicheren, sauberen und preislich wettbewerbsfähigen“ Energieversorgung gelten. Es sei allerdings zu einfach, die Abschaltung der Atomkraftwerke oder den schnelleren Ausstieg zu verlangen. „Erheblich schwieriger ist es zu sagen, was stattdessen kommt.“ Voraussetzung für mehr Investitionen seien unter anderem ein einfacheres Steuerrecht und beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren. 

Bei den anstehenden Entscheidungen in der Energiepolitik dürften europäische Gesichtspunkte nicht aus dem Auge verloren werden, betonte Keitel. „Wir könnten uns vorstellen, dass Frankreich ein Wörtchen mitreden möchte, wenn Deutschland auf Importstrom aus Kernkraft setzt.“ Das Gleiche gelte für skandinavische Länder, die für die Speicherung des aus Windkraft gewonnenen deutschen Stroms sorgen sollten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete die weltgrößte Industriemesse am Abend. Im Mittelpunkt steht der effiziente Energie- und Ressourceneinsatz in der Produktion und die Industrieautomation. Nach der Katastrophe in Japan dürfte jedoch die Debatte über den Atomausstieg die Gespräche an vielen Messeständen beherrschen. 6500 Unternehmen aus 65 Ländern haben sich angemeldet. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 200.000 Besuchern. Für das Publikum ist die Messe vom Montag bis Freitag (8. April) geöffnet. Frankreich ist in diesem Jahr Partner der Hannover-Messe.

Von

rtr

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