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17.05.2012

01:41 Uhr

Hans-Werner Sinn

Euro-Krise: Deutschland droht Billionen-Verlust

In einem Interview spricht sich der Chef des Ifo-Instituts erneut für den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone aus. Deutschland könnte wegen der Krise außerdem fast eine Billion Euro verlieren.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht Deutschland vor einem Billionen-Verlust. dapd

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht Deutschland vor einem Billionen-Verlust.

BerlinDie Euro-Krise könnte Deutschland nach Einschätzung des Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn bis zu eine Billion Euro kosten. "Der in Griechenland verlorene Betrag von etwa 80 Milliarden Euro ist klein im Vergleich zu der Summe, für die wir insgesamt haften: Um den Euro zu retten, sind wir bereits gewaltig ins Risiko gegangen", sagte Sinn der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht.

Die Bundesrepublik verliere bei einem möglichen Staatskonkurs Italiens, Griechenlands, Spaniens und Portugals über 600 Milliarden Euro. "Und wenn der Euro zusätzlich zerbrechen sollte, kommen noch einmal gut 300 Milliarden für nicht einbringliche Notenbank-Forderungen hinzu. Insgesamt könnte dann eine knappe Billion Euro weg sein", sagte der Ökonom.

Sinn sprach sich erneut für den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone aus. "Schon vor zwei Jahren habe ich gesagt, dass Griechenland im eigenen Interesse aus der Euro-Zone austreten sollte. Griechenland würde im Euro nie die Wettbewerbsfähigkeit erlangen, die es braucht, um aus seiner wirtschaftlichen Depression wieder heraus zu kommen", ergänzte er.

In Griechenland stehen Mitte Juni Neuwahlen an, weil die Abstimmung von Anfang Mai keine klaren Mehrheitsverhältnisse geschaffen hat und eine Regierungsbildung gescheitert ist. Umfragen zufolge können die Gegner des strikten, von EU und IWF auferlegten Sparkurses mit Zugewinnen rechnen. Es wird befürchtet, dass das Land damit auf den Staatsbankrott und eine Rückkehr zur Drachme zusteuern könnte.

Von

rtr

Kommentare (111)

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leser

17.05.2012, 02:49 Uhr

Für solche EInsichten bedarf es förmlich des Ifo Instituts samt Herrn Prof. Dr. Sinn.
Herr Professor kaprizieren sich indes eher darauf, die Probleme eher zu vertiefen statt sie zu lösen.
Auch eine Idee, wenngleich eine weder Neue, noch eine besonders originelle.
Fein: mit Einfalt a la Sinn werden die anstehenden Probleme gelöst.
Hatte schon gedacht, es wäre besonders schlimm.

Account gelöscht!

17.05.2012, 04:19 Uhr

@Anonymer Benutzer: leser

Er sagt doch nur oeffentlich, was sich keiner von unseren Politikern zu sagen traut.

Wenn wir mehr Leute vom Schlage des Herrn Sinns haetten, dann haetten wir vermutlich weniger Probleme oder nicht mal den katastrophalen Euro. Und die Probleme sind gewaltig.

Zahlen werden wir so oder so. Oft wird es fuer den Buerger nicht sehr augenfaellig sein, wie bei der jetzt schon vorhandenen Enteignung durch negative Realversinsung, welche ja nach diversen Aussagen beschleunigt werden soll. Dies trifft vielleicht weniger die junge Generation. Aber wer ueber 50 ist hat wenig Chancen auf einen Neuanfang. Dem droht die Altersarmut.

gescheiterte_strategie

17.05.2012, 06:33 Uhr

Prof Sinn sagt doch nur das, was sich viele denken. Griechenland wird es ohne Rückkehr zur Drachme nicht schaffen,um wirtschaftlich auf die Füsse zu kommen. Die heutige Strategie geht einfach nicht auf. Und ich bin schon gespannt, wie teuer die Wahstumsprogramme werden und was sie beinhalten. Man nehme sich nur die Ex DDR als Beispiel. Dort scheint man bis heute angewiesen zu sein auf Transferzahlungen. Warum sollte das dann in Griechenland anders sein? Und warum sollte dann nur Griechenland drauf Recht haben. Also muss man es den Anderen auch zugestehen. Wie soll man das dann genau bezahlen? Also unmöglich und zum Scheitern verurteilt.

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