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29.09.2012

15:54 Uhr

Haushaltsentwurf für 2013

Spaniens Verschuldung steigt deutlich an

Spaniens Haushalt für 2013 sieht bitter aus: Die Gesamtverschuldung des Landes steigt von rund 85 auf etwa 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - und die Zinsen darauf verschlingen rund ein Viertel des gesamten Budgets.

Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro: Spaniens Verschuldung steigt auf Rekordniveau. dapd

Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro: Spaniens Verschuldung steigt auf Rekordniveau.

MadridDie Notkredite für die maroden Banken tragen zu einer drastischen Zunahme der Verschuldung des Euro-Krisenlandes Spanien bei. Die gesamtstaatlichen Schulden werden von geschätzten 85,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem auf ein Rekordniveau von 90,5 Prozent im kommenden Jahr steigen. Dies geht aus dem Haushaltsentwurf für 2013 hervor, den Finanzminister Cristóbal Montoro am Samstag dem Parlamentsvorsitzenden Jesús Posada überreichte.

Die spanische Regierung hatte die Neuverschuldung 2012 ursprünglich auf 79,8 Prozent beziffert. Doch allein die Neuverschuldung des Zentralstaates - also ohne Kommunen und Provinzen - wird dem Budget zufolge von 66,1 auf 70,2 Prozent klettern. Der spanische Staat plant für 2013, Anleihen im Umfang von insgesamt 207,2 Milliarden Euro am Markt zu platzieren. Nach oben getrieben wird die spanische Schuldenlast durch die EU-Bankenhilfe von bis zu 100 Milliarden Euro. In einem am Freitag vorgelegten Bericht der US-Beratungsgesellschaft Oliver Wyman wird der tatsächliche Kapitalbedarf der maroden Banken jedoch auf maximal 59 Milliarden Euro beziffert.

Aus dem Budgetentwurf geht weiter hervor, dass das Haushaltsdefizit Ende des Jahres 7,4 Prozent des BIP erreichen wird. Spanien hatte sich bei der EU-Kommission verpflichtet, das Defizit 2012 auf 6,3 Prozent zu reduzieren. Montoro sagte, dass die Regierung das Haushaltsloch für 2011 erneut nach oben habe revidieren müssen und zwar von 8,9 auf jetzt 9,4 Prozent. Diese neue Ziffer müsse allerdings noch von der EU-Statistikbehörde Eurostat bestätigt werden. Die Zinsen, die Spanien für seine Schulden zahlen muss, verzehren fast ein Viertel des gesamten Budgets für 2013.

Die spanische Regierung geht bei der Berechnung des Etats für 2013 von einer relativ optimistischen Wirtschaftsprognose aus. Sie erwartet ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft von nur 0,5 Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prophezeit einen Einbruch von 1,2 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (40)

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Berlusconi2

29.09.2012, 16:49 Uhr

Macht doch nicht, Deutschland wird für die Schulden aufkommen, es denn Deutschalnd verläßt die EU.
Dann aber "good riddance"!
Wir haben in Europa wirklich die Nase voll vom deutschen Gejammer!
Keiner zwingt D. in der EU zu bleiben!

Account gelöscht!

29.09.2012, 17:13 Uhr

Das ist erst der anfang, die aktuellen BIP-Zahlen sind vorläufige Zahlen und beruhen auf Schätzungen, die viel zu optimistisch sind, wenn man die hohe Arbeitslosigkeit, die brachial gesunkenen Einzelhandelsumsätze und das stark eingebrochene Steueraufkommen zu Grunde legen würde.

Die ganzen "Anpassungsleistungen" z.B. die vermeintlich gesunkenen Lohnstückkosten sind zum Großteil statistische Chimären.
Der Troika-Kurs der Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit über eine Deflation wird zu denselben verheerenden Folgen führen wie 1931 hier in Deutschland unter Brüning.

Besser wäre Spain-Exit aus Eurozone, Schuldenschnitt bei Staatsschulden und Restrukturierung des Bankensektors mittels Debt-Equity-Swaps.

Aber das würde ja die Großfinanz treffen und die Politiker müssten ihr Versagen eingestehen. Deshalb wird weiter "Gerettet" - und der Deutsche steuerzahler und Kleinsparer darf es bezahlen

Rechner

29.09.2012, 17:14 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Die Gesamtverschuldung des Landes steigt von rund 85 auf etwa 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - und die Zinsen darauf verschlingen rund ein Viertel des gesamten Budgets.
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Echt?

2011 hatte Spanien laut eurostat Staatsausgaben von 468,505 Milliarden.

Selbst wenn die per Haushalt 2013 auf 400 Milliarden zurückgeführt werden sollten, wären ein Viertel davon 100 Milliarden.

Bei einer Staatsverschuldung von dann 900 Milliarden ein Zinssatz von über 11 Prozent!

Ob der Volontär der diesen Untertitel verfaßt hat vielleicht den Anteil der Zinszahlungen am Haushalt mit der Arbeitslosenrate verwechselt hat?

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2011 hat Spanien 25,867 Milliarden Zinsen für eine Staatsschuld von 734,961 Milliarden gezahlt - ein effektiver Zinssatz von 3,52%.

Selbst wenn der durchschnittliche Zinssatz bis 2013 auf 4,5% ansteigen sollte, wären daß bei einer Staatsschuld von 900 Milliarden 40,5 Milliarden und keine 100.

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