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07.05.2012

14:03 Uhr

Heimatflucht

Auszubildende ziehen oft weg von zuhause

Viele Schulabgänger suchten überregional nach einer Stelle und ziehen weg von zuhause. Firmen haben wachsende Probleme, Lehrlinge zu finden. Besonders betroffen sind laut Bundesagentur für Arbeit ländliche Regionen.

Viele Azubis zieht es in Großstädte wie Hamburg oder Berlin. dpa

Viele Azubis zieht es in Großstädte wie Hamburg oder Berlin.

NürnbergFür ihre Ausbildung ziehen Jugendliche immer häufiger von Zuhause weg - so manche Firma findet deshalb keine Lehrlinge mehr. „Gab es vor Jahren einen Überhang an Jugendlichen, so ist es in einigen Regionen inzwischen umgekehrt: Dort werden die jungen Menschen zum knappen Gut“, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag zum „Tag des Ausbildungsplatzes“ mit.

Viele Schulabgänger suchten inzwischen überregional nach einer Stelle; bereits jeder Dritte absolviert laut BA seine Ausbildung nicht in seinem Heimatkreis. Städte wie Hamburg, Bremen oder Berlin wirkten regelrecht als Magnete. „Andere Regionen dagegen haben große Schwierigkeiten, Ausbildungsbewerber in ihrer Region zu halten.“

Nach Angaben einer BA-Sprecherin macht sich das Problem vor allem im Umkreis großer Städte bemerkbar. Doch generell gelte: „Das ist in den alten Bundesländern seltener als in den neuen Bundesländern. Wobei die große Abwanderungswelle, die wir nach der Wende noch bis 2004, 2005 hinein gesehen haben, sich deutlich minimiert hat.“ Im Osten sei der Nachwuchs heute vor allem rund um Stendal, Uckermark und Bauzen knapp. Im Westen sei das Phänomen vor allem in der Region Landau (Rheinland-Pfalz) sowie nördlich von Passau auffällig.

Die BA veranstaltet ihren Aktionstag nunmehr seit 17 Jahren - damals war das wichtigste Ziel, möglichst viele Ausbildungsplätze einzuwerben. Inzwischen gehe es nicht mehr nur um Quantität, betonte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker in Nürnberg: „Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, dass Jugendliche und Arbeitgeber noch besser zueinander finden.“

Um für junge Menschen attraktiver zu werden, rät Becker den Unternehmen, sich in sozialen Netzwerken zu präsentieren, sich in Ausbildungsverbünden zusammenzuschließen oder Schülerpraktika anzubieten. „Es lohnt sich für Arbeitgeber, zusätzlich ihre Ansprüche an die Bewerber zu überdenken“, ergänzte Becker. „Viele Schüler, die auf den ersten Blick nicht wie Olympioniken wirken, haben das Zeug zu einer erfolgreichen Ausbildung.“

Von

dpa

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