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08.10.2014

16:49 Uhr

Herbstgutachten für die Bundesregierung

„Deutschland durchläuft eine Wachstumsdelle“

ExklusivWirtschaftsforscher schlagen Alarm: Nach Handelsblatt-Informationen gehen sie in ihrem Herbstgutachten von deutlich geringerem Wachstum aus. Ist der Boom endgültig vorbei? Ökonomen warnen, nun in Panik zu verfallen.

Baustelle Konjunktur: Forschungsinstitute kappen Wachstumsprognose deutlich. dpa

Baustelle Konjunktur: Forschungsinstitute kappen Wachstumsprognose deutlich.

Düsseldorf/BerlinDie führenden Wirtschaftsforschungsinstitute beurteilen die Konjunktur in Deutschland skeptischer. In ihrem Herbstgutachten gehen sie nun nur noch von 1,3 Prozent Wachstum in diesem Jahr und von 1,2 Prozent Wachstum im kommendem Jahr aus. Das erfuhr das Handelsblatt aus mit dem Gutachten vertrauten Kreisen.

Am morgigen Donnerstag wird das Konjunkturgutachten für die Bundesregierung veröffentlicht. Vor einem halben Jahr hatten die Institute noch 1,9 Prozent Wachstum für 2014 und 2,0 Prozent Wachstum für 2015 prognostiziert.

Fünf Fragen – Vom ABS-Plan bis zu Anleihekäufen

Ist eine weitere Lockerung auf dem Weg?

Nachdem die EZB ein beispielloses Stützungspaket im Juni angekündigt hat, hatten die meisten Analysten erwartet, dass die Währungshüter sich bis Ende des Jahres mit neuen Maßnahmen zurückhalten. Aber die im zweiten Quartal ins Stocken geratene Wirtschaft, eine schwächere Inflation und die Krise in der Ukraine haben das Bild verändert.

Wird es Veränderungen bei den Langfristkrediten geben?

Die EZB könnte die Konditionen der gezielten Langfristkredite, das Kernstück ihres Pakets vom Juni, attraktiver machen, sagen Analysten. Eine Zinssenkung würde das nach den Worten Draghi bereits „sehr, sehr attraktive Angebot” noch interessanter machen. Die erste Runde der TLTRO-Tender findet diesen Monat statt.

Was passiert mit der Inflation?

Die EZB wird außerdem neue Konjunkturprognosen veröffentlichen. Sie erwartet derzeit, dass die Teuerung sich in den nächsten zweieinhalb Jahren allmählich beschleunigt und von 0,7 Prozent in diesem Jahr auf 1,1 Prozent 2015 und 1,5 Prozent im letzten Quartal 2016 steigen wird.

Kommt eine quantitative Lockerung?

Nach der Jackson-Hole-Rede von Draghi sagten Analysten von Berenberg bis JPMorgan Chase & Co., dass die Wahrscheinlichkeit für großvolumige Anleihekäufe zugenommen habe. Draghi hatte zusicherte, dass der Rat „alle verfügbaren Instrumente nutzen wird, um mittelfristig die Preisstabilität zu gewährleisten”. Die meisten Analysten sind der Meinung, dass ein QE, sofern es geschehen sollte, 2015 kommen werde.

Was hat Draghi den Staats- und Regierungschef gesagt?

Der EZB-Präsident hat sich in den vergangenen Wochen mit dem französischen Staatspräsidenten Francois Hollande und dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi getroffen sowie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert. In Jackson Hole sagte Draghi, dass die Fiskalpolitik der Regierungen neben Geldpolitik und Strukturreformen „eine größere Rolle” bei der Unterstützung des Wachstums im Euroraum spielen könnte.

Das Herbstgutachten gilt als richtungsweisend für die neue Konjunkturprognose der Bundesregierung, die am kommenden Dienstag veröffentlicht wird. Das Gutachten wird von vier Konsortien unter Federführung von Ifo (München), DIW (Berlin), RWI (Essen) und IWH (Halle) erstellt.

Die gekappte Wachstumsprognose sollte nach Meinung von Experten noch kein Anlass für Panikmache sein. „Die Frühlingsstimmung in der Wirtschaft von Anfang des Jahres war übertrieben. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Belastungen hat sie sich der Realität angepasst“, sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Daher dürfe man jetzt „nicht in Panikmodus verfallen: es bleibt ja etwas übrig von der Erholung in Deutschland und in Europa“.

Kommentare (17)

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Herr Vittorio Queri

08.10.2014, 12:42 Uhr

>> Deutsche Wirtschaft wächst deutlich schwächer
<<

Die "Virtuelle" Krise mit Russland schlägt wohl voll durch !

Die Sanktionen zeigen ihre Wirkung !

Demnächst ist das Heer der Arbeitslosen in Europa deutlich grösser !

Die EUtopia-Politik macht es möglich !

Herr Thomas Albers

08.10.2014, 12:46 Uhr

"Die "Virtuelle" Krise mit Russland schlägt wohl voll durch ! "
Sie versuchen's jeden Tag, was? *g* Ich glaube nicht, dass die paar Euro, die man an den Russen verdient hat, irgendwie die Ausfälle/erwarteten Ausfälle in China und der EU aufwiegen könnten *g*

Herr Vittorio Queri

08.10.2014, 12:51 Uhr

@ Ulf Volkerts

Erkenne die Handschrift vom EU-Troll @ Weissenfels.....?

>> Ich glaube nicht, dass die paar Euro, die man an den Russen verdient hat <<

Wenn für Sie die Handelsbilanz der EU mit Russland über 400 Milliarden € nur paar Euro darstellen, so könnte man Sie glatt zu Verbündeten von "Josef Ackermann" einstufen :

für den waren paar Milliarden auch immer "Peanuts" !



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