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09.10.2014

13:32 Uhr

Herbstgutachten

Ökonomen fordern Regierung zum Umsteuern auf

Der „Motor kommt nicht auf Touren“, die „Stimmung ist eingetrübt“ – führende Ökonomen sehen schwarz für die deutsche Konjunktur. Sie fordern Steuerentlastungen für Unternehmen – und kritisieren auch die EZB.

Konjunkturforscher kritisieren Politiker

"Unternehmen bekommen nur Gegenwind von der Regierung"

Konjunkturforscher kritisieren Politiker: "Unternehmen bekommen nur Gegenwind von der Regierung"

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BerlinFührende Konjunkturforscher sind deutlich skeptischer über die Aussichten der deutschen Wirtschaft als noch vor einigen Wochen. Die Ökonomen erwarten für 2014 nur noch 1,3 Prozent Wachstum, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Herbstgutachten für die Bundesregierung hervorgeht, dessen Ergebnisse dem Handelsblatt bereits am Mittwoch vorlagen. Auch im nächsten Jahr werde es nur ein mageres Plus von 1,2 Prozent geben.

Bisher hatten die Fachleute einen kräftigen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,9 Prozent und im nächsten Jahr von 2,0 Prozent veranschlagt. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich mithin in einem - wenn auch nicht allzu ausgeprägten - Abschwung.“ Nach dem Schrumpfen der Wirtschaftskraft im Frühjahr habe es wohl auch im Sommer nur eine Stagnation gegeben. „Der Konjunkturmotor kommt nur schwerlich wieder auf Touren.“

Als Grund für den schwindenden Optimismus nannten die Ökonomen, dass die Nachfrage nur mäßig anziehe und sich vor allem die Euro-Zone langsamer erhole als erhofft. Zudem habe sich die Stimmung der heimischen Verbraucher eingetrübt und die Unternehmen zögerten mit Investitionen. „Internationale Krisen wie der weiter schwelende russisch-ukrainische Konflikt und die kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien und im Irak trübten die wirtschaftlichen Aussichten zusätzlich ein.“

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Die Wirtschaftsforschungsinstitute machen explizit die Bundesregierung für den Abschwung in Deutschland mitverantwortlich. „Die Aussichten für die Konjunktur sind auch deshalb gedämpft, weil Gegenwind von der Wirtschaftspolitik kommt“, erklärten die Ökonomen. „Das Rentenpaket und die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns wirken wachstumshemmend.“ So verhinderten die „Rentengeschenke der Bundesregierung“ eine Senkung des Rentenbeitrags. Zudem nutze die große Koalition ihren Spielraum nicht, um mehr zu investieren. „All dies wirkt sich wohl negativ auf die private Investitionsneigung aus.“

Um die Binnenkonjunktur in Schwung zu bringen, empfehlen die Institute Steuersenkungen für Unternehmen. Deren Belastung sei zwar mit der Reform 2008/09 dank geringerer Sätze merklich zurückgegangen. „Allerdings liegt Deutschland hinsichtlich der nominellen und der effektiven Steuerbelastung nach wie vor im oberen Drittel der Industrieländer und deutlich über der in den meisten Schwellenländern“, so die Fachleute.

Kommentare (5)

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Frau Ute Umlauf

09.10.2014, 15:30 Uhr

Wenn D geldmäßig ausfällt ... wer zahlt dann für ClubMed?

Der Sagitta

09.10.2014, 15:41 Uhr

Unfähigkeit hat einen Namen, Merkel und Schäuble.

Account gelöscht!

09.10.2014, 15:53 Uhr

Die Energiewende per EEG ist das Grundübel!
Mit dem EEG wird sich keiner mehr finden, der aus wirtschaftlichen Gründen in Deutschland-EU investiert. Jeder Investor wird unter dem EEG Beihilfen (Subventionen) vom Staat verlangen. Aber selbst diese EE-Subventionen werden nicht auf Dauer gezahlt. Irgendwann ist die Pleite da. Wertschöpfung geht OHNE EEG und nur mit den Regeln (Wettbewerb) der Marktwirtschaft!

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