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16.10.2013

19:25 Uhr

Herbstgutachten

Wirtschaftsforscher lehnen Mindestlohn ab

ExklusivIn ihrem neuen Herbstgutachten geben die fünf führenden Wirtschaftsinstitute einer neuen Regierung klare Handlungsempfehlungen. Höhere Steuern und ein flächendeckender Mindestlohn seien Gift für die Konjunktur.

Faktencheck

Herr Rürup, brauchen wir einen Mindestlohn?

Faktencheck: Herr Rürup, brauchen wir einen Mindestlohn?

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BerlinDie fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrem Herbstgutachten für die Bundesregierung einen neuen Aufschwung prognostiziert. Den Zuwachs von 1,8 Prozent im Jahr 2014 gibt es aber nur, so warnen die Wirtschaftsforscher, wenn die neue Regierung Pläne für höhere Steuern und einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn nicht umsetzt.

Das sind die zentralen Aussagen der Gemeinschaftsdiagnose, die am Donnerstag offiziell vorgestellt wird und dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) bereits komplett vorliegt. In dem Papier mit dem Titel „Konjunktur zieht an – Haushaltsüberschüsse sinnvoll nutzen“ erwarten die Experten für 2013 kurzfristig wegen des schwachen Jahresstarts ein Wachstum nur von 0,4 Prozent. Für 2014 prognostizieren sie aber bereits wieder 1,8 Prozent.

Laut dem Gutachten wird der Staatshaushalt in den nächsten Jahren weiter einen Überschuss aufweisen. „Die Finanzpolitik war in den vergangen Jahren bestrebt, den Staatshaushalt zu konsolidieren und hat damit eine günstige Ausgangslage geschaffen“, schreiben die Forscher. Bleibe die Politik auf diesem Kurs, werde es einen strukturellen Überschuss im Jahr 2018 von 33 Milliarden Euro, insgesamt sogar von 53 Milliarden geben.

„Dieser Betrag steckt den budgetären Spielraum ab, innerhalb dessen die Finanzpolitik agieren kann, ohne die Steuern zu erhöhen“, schreiben die Experten. Die Politik solle diesen Überschuss sinnvoll nutzen: Vordringlich fordern die Institute den Abbau der kalten Progression, als auch investive Ausgaben, um die Bereiche Infrastruktur, Forschung und Bildung zu finanzieren.

Die Experten erteilen auch einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn eine Absage. „Dieser hätte wahrscheinlich deutlich negativere Auswirkungen für den Arbeitsmarkt als die bisherigen Branchenverträge. So verdient in Ostdeutschland rund ein Viertel aller Arbeitnehmer weniger als den von manchen geforderten Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde“, schreiben die Experten. Bei Einführung eines Mindestlohns könne es dort zu einem beträchtlichen Abbau von Arbeitsplätzen kommen, heißt es im Gutachten.

Von

sig

Kommentare (64)

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Hochbezahlte-asoziale-Bagage

16.10.2013, 19:36 Uhr

Was verdient so ein Wirtschaftsforscher die Stunde?
War so ein Wirtschaftsforscher jemals arm oder von Armut bedroht?
Was denkt so ein Wirtschaftsforscher über die zukünftigen Rentenansprüche eines Mindestlohnarbeitnehmers?
Niedriglöhner = arm für immer?
Mittlerweile sind in D eine große Anzahl von Niedriglöhnern Menschen mit Schulabschluß und abgeschlossener Berufsausbildung.
Der Leiharbeit sei Dank!
Mich wundert immer wieder, wie hochdotierte „selbsternannte Leistungsträger“ der Gesellschaft sich anmaßen, was man den denen da unten noch alles für Schweinereien zumuten kann.
Ich bringe es auf den Punkt > Ihr seid für mich persönlich asozial, weil ihr die Armut durch eure mantraartigen Forderungen und neoliberale Haltung manifestiert!


Oekonomiestudent

16.10.2013, 19:38 Uhr

Sehr geehrtes Handelsblatt,

als Fachzeitung sollten Ihre Redakteure wissen, daß die fünf Wirtschaftsforschungsinstitute nicht die "Wirtschaftsweisen" sind.
Unter den fünf "Wirtschaftsweisen" versteht man die fünf Professoren, die den "Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" bilden.

Account gelöscht!

16.10.2013, 19:45 Uhr

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