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12.07.2012

02:26 Uhr

Historisches Tief

Leitzins in Brasilien sinkt erneut

Erst Ende Mai hatte die brasilianische Notenbank den Leitzins auf ein zu dem Zeitpunkt niedrigsten Stand gesenkt. Nun wird noch einmal nachgelegt - zum achten Mal in Folge. Analysten rechnen mit einer weiteren Senkung.

Blick über den Stadtteil Flamengo mit der Botafogo-Bucht in Rio de Janeiro auf den Zuckerhut. dpa

Blick über den Stadtteil Flamengo mit der Botafogo-Bucht in Rio de Janeiro auf den Zuckerhut.

BrasiliaDie brasilianische Notenbank hat zur Stützung der Wirtschaft den Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Wie die Zentralbank am Mittwoch in Brasilia mitteilte, wird der Zinssatz um 50 Basispunkte auf 8,0 Prozent reduziert und damit zum achten Mal in Folge. Experten hatten mit diesem Schritt gerechnet.

Der geldpolitische Ausschuss der Banco Central (BC) beschloss bei seiner Sitzung in Brasília einstimmig, den „Selic“ von 8,5 Prozent um 0,5 Punkte herabzusetzen. Derzeit bleibe das Risiko für die Inflationsentwicklung begrenzt, begründete das Geldinstitut seine Entscheidung.

Analysten rechnen damit, dass die Leitzinsen in Brasilien am Ende des Jahres bei 7,5 Prozent liegen. Das Bruttoinlandsprodukt der sechstgrößten Volkswirtschaft stieg 2011 um 2,7 Prozent nach 7,5 Prozent 2010. Für das laufende Jahr korrigierte die Zentralbank kürzlich ihre Prognose von 3,5 auf 2,5 Prozent. Die Inflationsrate erreichte 2011 mit 6,5 Prozent den höchsten Stand seit 2004. 2010 hatten die Verbraucherpreise um 5,9 Prozent zugelegt.

Die größte Volkswirtschaft Südamerikas ist berühmt für ihre hohen Leitzinsen, die nach einer traumatischen Phase mit einer sprunghaften Inflation in den 80er und 90er Jahren kurz vor der Jahrtausendwende ein Rekordhoch von 45 Prozent erreichten. Präsidentin Dilma Rousseff hat niedrigere Zinsen zu einer der Prioritäten ihrer Amtszeit erklärt, um das Wirtschaftswachstum weiter bei Raten von vier Prozent und mehr zu halten. Der Aufschwung machte die weltweit sechstgrößte Volkswirtschaft in den vergangenen Jahren zu einem der attraktivsten Schwellenländer für Investoren gemacht.

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