Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2017

14:59 Uhr

Höchster Exportüberschuss

Deutsche US-Exporte blühen unter Trump auf

Die deutschen Exporte in die USA übertreffen im ersten Quartal die Importe um knapp 14 Milliarden Euro. Mit keinem anderen Land erzielte die Bundesrepublik einen so hohen Überschuss. Das birgt politischen Zündstoff.

Containerterminal am Hamburger Hafen: Die Ausfuhren in die USA wuschen im ersten Quartal um 8,2 Prozent. dpa

Containerterminal am Hamburger Hafen

Containerterminal am Hamburger Hafen: Die Ausfuhren in die USA wuschen im ersten Quartal um 8,2 Prozent.

BerlinDie deutschen Exporte in die USA blühen unter dem neuen Präsidenten Donald Trump wieder auf. Die Ausfuhren in die weltgrößte Volkswirtschaft wuchsen im ersten Quartal um 8,2 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro, wie aus Reuters vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. 2016 waren die deutschen US-Exporte noch um sechs Prozent auf rund 107 Milliarden Euro geschrumpft. Damit könnten die Vereinigten Staaten 2017 das dritte Jahr in Folge wichtigster Abnehmer von Waren „Made in Germany“ werden, vor Frankreich und Großbritannien.

Dabei zeigte sich die US-Wirtschaft im ersten Vierteljahr konjunkturell in eher schwacher Form: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs lediglich um 0,2 Prozent und damit nicht einmal halb so stark wie das der Euro-Zone mit 0,5 Prozent. „Einige Bereiche der US-Wirtschaft sind dennoch gut gelaufen, insbesondere die Investitionen“, erklärte der US-Experte der Commerzbank, Christoph Balz. Zu den deutschen Exportschlagern wiederum gehören Investitionsgüter wie Maschinen und Fahrzeuge.

Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

Die Trump-Verunsicherung

US-Präsident Donald Trump hat den Freihandel in Frage gestellt. Die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft macht sich zunehmend Sorgen.

Der wichtigste Handelspartner

Tatsächlich sind die USA unter den Einzelstaaten der wichtigste Handelspartner. 2015 wurden nach endgültigen Ergebnissen Waren im Wert von rund 174 Milliarden Euro zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gehandelt (Exporte und Importe). Insgesamt gingen knapp 10 Prozent der deutschen Exporte in die USA. Von dort kamen 7 Prozent der deutschen Importe.

Die Nachbarstaaten

Lange Zeit war Frankreich für Deutschland das wichtigste Land bei der Ein- und Ausfuhr von Waren. 2014 wurde Frankreich jedoch von den USA überholt. Dazu trugen der schwächere Euro, aber auch das vergleichsweise stärkere Wirtschaftswachstum in den USA bei. Drittwichtigster Handelspartner für Deutschland sind die Niederlande, die mit ihren Häfen ein wichtiger Umschlagplatz für den Welthandel sind.

Die Euro-Zone

Als Staatenverbund ist die EU der größte Handelspartner Deutschlands. Von den deutschen Exporten gehen 58 Prozent in die übrigen Länder der EU. In die Länder der Euro-Zone gehen 36 Prozent der Ausfuhren.

Der Kontinent Nr. eins

Wichtigster Kontinent außerhalb Europas für den Handel ist Asien, noch vor Amerika. Allein nach China gehen rund sechs Prozent der Exporte. Insgesamt belegt China als Handelspartner den vierten Platz. Bei den Importen liegt das Land für Deutschland sogar auf Platz eins. Fast zehn Prozent der Einfuhren kommen von dort.

Die Mini-Partner

Nach Afrika gehen lediglich zwei Prozent der deutschen Exporte und nach Australien und Ozeanien weniger als ein Prozent.

Quelle: dpa / alle Werte für 2015

Politischen Zündstoff birgt der enorme Überschuss im Handel mit den USA: Die deutschen Exporte dorthin übertrafen die Importe aus den Vereinigten Staaten um knapp 14 Milliarden Euro. Mit keinem anderen Land erzielte Deutschland im ersten Quartal einen so hohen Überschuss. Das könnte ein Thema bei der US-Reise von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries werden. Sie will am Dienstag und Mittwoch ihren Amtskollegen Wilbur Ross sowie den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und den ranghöchsten Republikaner im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, in Washington treffen.

Die US-Regierung wirft wichtigen Handelspartnern wie China und Deutschland vor, sich mit unfairen Praktiken Vorteile zu erschleichen. Trump gab eine Untersuchung der Gründe für das hohe Defizit in Auftrag. Dabei soll es um Dumping-Preise, unerlaubte Subventionen und „fehlgeleitete“ Wechselkurse gehen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×