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07.11.2014

09:07 Uhr

Höchstwert bei Ausfuhren

Deutsche Wirtschaft bricht Exportrekord

Die Ausfuhren erreichen einen neuen Rekordwert: Noch nie haben deutsche Unternehmen so viele Waren exportiert wie im September. Besonders gefragt sind die Produkte in EU-Ländern ohne Euro.

Exportrekord für 'made in Germany' - Dax tritt auf der Stelle

Börsen-News: Exportrekord für 'made in Germany' - Dax tritt auf der Stelle

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BerlinEin Exportrekord und eine steigende Produktion dämpfen die Sorge vor einer Rezession in Deutschland. Trotz vieler internationaler Krisen verkauften die Unternehmen im September Waren im Wert von 102,5 Milliarden Euro ins Ausland. Damit wurde der erst im Juli erreichte Höchstwert um 1,4 Milliarden Euro übertroffen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Gemessen am Vormonat stiegen die Exporte dabei um 5,5 Prozent - dreimal so stark wie erwartet.

Auch die Produktion erholte sich. Industrie, Bau- und Energiewirtschaft stellten im September zusammen 1,4 Prozent mehr her als im Vormonat. Hier hatten Ökonomen mit einem etwas stärkeren Zuwachs von 2,0 Prozent gerechnet. Allerdings fiel der Rückgang im August mit revidiert 3,1 (bisher: 4,0) Prozent auch geringer aus als zunächst gemeldet.

Das sind die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

Platz 10 – Russland

Export von Waren im Wert von: 35,8 Milliarden Euro

Platz 9 – Belgien

Export von Waren im Wert von: 42,44 Milliarden Euro

Platz 8 – Polen

Export von Waren im Wert von: 42,47 Milliarden Euro

Platz 7 – Italien

Export von Waren im Wert von: 53,25 Milliarden Euro

Platz 6 – Österreich

Export von Waren im Wert von: 56,28 Milliarden Euro

Platz 5 – China

Export von Waren im Wert von: 66,91 Milliarden Euro

Platz 4 – Niederlande

Export von Waren im Wert von: 70,97 Milliarden Euro

Platz 3 – Großbritannien

Export von Waren im Wert von: 75,49 Milliarden Euro

Platz 2 – USA

Export von Waren im Wert von: 89,35Milliarden Euro

Platz 1 – Frankreich

Export von Waren im Wert von: 99,98 Milliarden Euro

alle Angaben für 2013, Quelle: Statista

„Wir werden ein leichtes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal sehen“, sagte Unicredit-Ökonom Andreas Rees angesichts der besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten. „Es dürfte aber nur zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent reichen.“ Die Schwächephase dürfte sich im vierten Quartal fortsetzen. „Aber es wird keine schwere Rezession geben“, sagte Rees. „Es ist definitiv keine Rezession angesagt“, sagte auch Stefan Kipar von der BayernLB. „Wir werden aber auch keine große Dynamik sehen.“

Das sieht das Bundeswirtschaftsministerium ähnlich. Die Konjunktur werde durch das schwierige internationale Umfeld beeinträchtigt. „Nennenswerte Impulse zeichnen sich kurzfristig nicht ab“, erklärte das Ministerium. Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Folgt für Juli bis September das zweite Minus in Folge, wird von Rezession gesprochen. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine erste Schätzung am 14. November.

Das starke Exportgeschäft verdanken die Unternehmen vor allem der anziehenden Nachfrage aus den EU-Ländern, die nicht zur Euro-Zone gehören - wozu etwa Polen und Großbritannien zählen. Die Ausfuhren dorthin kletterten um 13,8 Prozent im Vergleich zum September 2013, die in die Euro-Zone hingegen nur um 3,4 Prozent. Das Geschäft mit dem Rest der Welt zog um 10,5 Prozent an. Dazu dürfte vor allem der Aufschwung in den USA beigetragen haben.

Die Importe erhöhten sich im September um 5,4 Prozent zum Vormonat. Das spricht für eine robuste Binnennachfrage.

Von

rtr

Kommentare (20)

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Herr Tom Schmidt

07.11.2014, 09:55 Uhr

Gestern heulten wir noch weil wegen den schlechten wirtschaftlichen Daten mit sinkenden Steuereinnahmen gerechnet wurde.

Vielleicht sollte man den Wirtschaftswissenschaftlern mal beibringen bei ihren Prognosewerten und statistischen Werten immer eine Genauigkeit von plus/minus X mit anzugeben. Manches Geheule könnte man sich dann sparen!

Herr Walter Schimpf

07.11.2014, 10:01 Uhr

"Besonders stiegen die Exporte in die EU-Länder ohne EURO..."

Was erzählen uns die EU- Märchenonkels immer von der Unverzichtbarkeit des EUROS für die Exportwirtschaft.

Was hiermit - wieder einmal - widerlegt sein dürfte.

Herr Oliver Klima

07.11.2014, 10:48 Uhr

Ob man wirklich darauf stolz sein sollte, dass wir Exportweltmeister sind? In Deutschland sinken die Reallöhne und damit die Kaufkraft der Angestellten seit Jahren.

Traut Deutschland den Deutschen nicht die Rolle des Konsumenten zu? Fast könnte man meinen, der Deutsche trägt seine Einnahmen zur Bank, weil er weiß, dass der nächste Reallohnverlust ganz sicher kommt.

Dieser Export ist kein Wirtschaftswunder, sondern die pure Nachkriegsangst, getrieben vom Gedanken in Armut die Kohlen klauen zu müssen. Es wird gespart und gehamstert.

Hurra, es lebe die schwarze Null.

Dann kommt ein Herr Weselsky und rührt an diesem paranoiden Sparwahn der Deutschen. Und da wird der Mann im Kollektiv von anderen Gewerkschaften verbal niedergedroschen.

Die Meinung anderer wird in Deutschland nur solange toleriert, wie sie einem Kollektivgedanken einer Gesellschaft dient, die in ständiger Existenzangst lebt.

Ich empfinde die Exportzahlen vor diesem Hintergrund als traurig, trist und grau.

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