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29.09.2015

13:55 Uhr

Höhere Steuereinnahmen

Bund muss sich weniger Geld leihen

Die gute Konjunktur sowie steigende Verdienste und Rekordbeschäftigung lassen die Einnahmen des Bundes sprudeln. Wegen der gut gefüllten Staatskassen will sich Deutschland in diesem Jahr weniger Geld leihen als geplant.

Allein für das vierte Quartal kürzt der Bund seine Emissionen um sechs Milliarden Euro. dpa

Konjunktur brummt

Allein für das vierte Quartal kürzt der Bund seine Emissionen um sechs Milliarden Euro.

BerlinDer Bund muss sich in diesem Jahr wegen gut gefüllter Staatskassen deutlich weniger Geld leihen als geplant. Die Auktionen von Geldmarktpapieren und Staatsanleihen sollen 174,5 Milliarden Euro einspielen – elf Milliarden Euro weniger als noch zu Jahresbeginn vorgesehen, wie die mit dem Schuldenmanagement betraute Finanzagentur am Dienstag mitteilte. Allein für das vierte Quartal kürzt der Bund seine Emissionen um sechs Milliarden Euro. „Damit wird der günstigen Entwicklung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen Rechnung getragen“, erklärte die Agentur.

Die Steuereinnahmen lagen in den ersten acht Monaten um sechs Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dafür sorgten die gute Konjunktur sowie steigende Verdienste und Rekordbeschäftigung, die für höhere Einnahmen aus der Lohnsteuer sorgen.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Zusätzlich will der Bund noch etwa zwölf Milliarden Euro mit Anleihen einnehmen, die an die Inflationsrate gekoppelt sind. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen in diesem Jahr auf rund 186,5 Milliarden Euro. Weniger hat sich der Bund zuletzt 2002 geliehen.

Von

rtr

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