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27.11.2012

17:15 Uhr

Hoffnung auf Aufschwung

US-Konsumenten überraschend in Champagnerlaune

Die Vorzeichen für die US-Wirtschaft hellen sich auf. Die Stimmung der Verbraucher ist so gut wie seit vier Jahren nicht mehr. Auch der Auftragseingang entwickelt sich besser als erwartet.

Nicht nur am Black Friday: Die US-Nachfrage zieht wieder an. dpa

Nicht nur am Black Friday: Die US-Nachfrage zieht wieder an.

New YorkDie Stimmung der US-Konsumenten ist so gut wie seit Februar 2008 nicht mehr. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg im November zum dritten Mal in Folge auf 73,7 Punkte von revidiert 73,1 Zählern im Oktober, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 73 Punkten gerechnet. "Es sieht so aus, als ob die Leute noch ziemlich positiv gestimmt sind, was die Beschäftigung angeht", sagte Analyst David Sloan von 4Cast. "Die Wirtschaft hat wohl einigermaßen Schwung."

Die Befragten schätzen die allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie die Beschäftigungssituation auf Sicht der nächsten sechs Monate jeweils geringfügig besser ein als derzeit. Die Neigung, innerhalb des nächsten halben Jahres einen Fernseher oder Kühlschrank zu kaufen, stieg deutlich im Vergleich zu Oktober.

Obamas Plan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit in den USA?

Die Arbeitslosenquote in den USA stagniert seit Langem bei neun Prozent. Damit sind etwa 14 Millionen US-Bürger, die arbeiten wollen, ohne Stelle.

Was sind die wichtigsten Maßnahmen, die Obama vorgeschlagen hat?

Obamas Maßnahmenpaket sieht eine Halbierung der Lohnsteuer für Arbeitnehmer vor. Außerdem sollen Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen oder die Löhne ihrer Mitarbeiter erhöhen, entlastet werden. Durch Zuschüsse an klamme Einzelstaaten und Kommunen sollen Entlassungen im öffentlichen Dienst verhindert werden. Schulen und Infrastruktur sollen modernisiert und damit Arbeitsplätze in der Baubranche geschaffen werden.

Wie viel kosten Obamas Vorschläge?

Das Konjunkturpaket zur Belebung des Arbeitsmarktes soll einen Umfang von 447 Milliarden Dollar (318 Milliarden Euro) haben. Die größten Posten des Programms sind neben den Steuerentlastungen mit rund 105 Milliarden Dollar die öffentlichen Konjunkturprogramme, mit fast 50 Milliarden der Erhalt von Sozialhilfeleistungen, mit 35 Milliarden die Zuschüsse an Staaten und Kommunen und mit 25 Milliarden die Modernisierung von 35.000 staatlichen Schulen.

Müssen die USA zur Finanzierung von Obamas Plänen mehr Schulden machen?

Nach den Worten des Präsidenten nicht. Die Finanzierung des Konjunkturprogramms sei sichergestellt und werde nicht zu weiteren Schulden führen, sagte Obama. Das Paket soll mit einer Mischung aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen gestemmt werden. Demnach sind Kürzungen in den Gesundheitsprogrammen Medicare und Medicaid geplant. Außerdem will Obama die Steuern für Besserverdienende erhöhen.

Wie reagierten Obamas politische Gegner?

Vertreter der Republikaner äußerten sich nach der Rede ablehnend. John Boehner, der republikanische Präsident des US-Repräsentantenhauses, sagte nach Obamas Rede immerhin, der Vorschlag werde in Erwägung gezogen. Der republikanische Abgeordnete Ron Paul sprach sich rundweg dagegen aus. Das Programm werde lediglich die Staatsschulden der USA erhöhen, aber keine zusätzlichen Arbeitsplätze schaffen, sagte er. Die Abgeordnete Michele Bachmann, die sich um die Nominierung als republikanische Präsidentschaftskandidatin bewirbt, forderte den Kongress auf, das Paket abzulehnen. „Überlassen wir die Wirtschaft dem freien Markt“, forderte die Vertreterin der ultrakonservativen Tea Party. Der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, hatte Obamas Idee zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bereits vor der Rede zurückgewiesen.

Besonders positiv sei der signifikante Anstieg derjenigen, die einen Hauskauf in Erwägung ziehen, sagte Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. Dies belege, dass die jüngsten Verbesserungen auf dem Immobilienmarkt auch ins Bewusstsein der US-Verbraucher gerückt sind.

Die Stimmung der Konsumenten gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Im dritten Quartal hatte der Konsum das Wachstum angekurbelt.
Auch die ebenfalls heute veröffentlichten Daten zu den Auftragseingängen liefern erste Hinweise ein mögliches Ende der Schwächephase bei den Ausrüstungsinvestitionen. In den USA sind die Aufträge für dauerhafte Güter im Oktober gegenüber September konstant geblieben, was die Prognosen übertraf. Die Nachfrage nach Investitionsgütern legte sogar um 1,7% zu.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Die_Hoffnung_stirbt_zuletzt

27.11.2012, 17:23 Uhr

"Hoffnung auf Aufschwung"

easyway

27.11.2012, 19:55 Uhr

Ein Fernseher kostet umgerechnet 60 Euro einen Kühlschrank mit A-Siegel kriegt man für 100 Euro.
Indikatoren sind Unsinn, Schönwettersimulationen mit falschen Basisdaten.
Die Analysten sind Kapitalanleger und postulieren ihre Hoffnung, Volkskwirtschaften hätten keine Trägheit und könnten heute crashen und morgen wie Phoenix aus der Asche auferstehen.

Die Schuldenberger hängen wie Blei an allen Indikatoren. Volkswirtschaftliche Lethargie ist die Folge.


logical

27.11.2012, 22:57 Uhr

HB-Titel: "US-Konsumenten überraschend in Champagnerlaune",
logo, das erklärt, warum der Dow schon wieder gefallen ist.....

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