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11.10.2012

15:41 Uhr

Hohe Mehrwertsteuer belastet

Spaniens Inflation steigt sprunghaft an

Die spanische Bevölkerung ächzt derzeit unter den Folgen der Eurokrise. Neben Rezession und Arbeitslosigkeit belasten die erhöhte Mehrwertsteuer und die damit steigenden Verbraucherpreise die Situation zusätzlich.

Kann die spanische Regierung mit ihren Maßnahmen das Defizit des Landes senken? dapd

Kann die spanische Regierung mit ihren Maßnahmen das Defizit des Landes senken?

MadridDie Spanier haben neben Rezession und Arbeitslosigkeit auch mit steigenden Preisen zu kämpfen. Wegen der Anhebung der Mehrwertsteuer stiegen die Verbraucherpreise im September sprunghaft auf 3,4 Prozent, wie die Nationale Statistikbehörde am Donnerstag mitteilte. Das war der stärkste Anstieg seit 16 Monaten. Im August hatten die Preise im Jahresvergleich noch um 2,7 Prozent zugelegt. Für September sagten Experten aber sogar einen Anstieg um 3,5 Prozent voraus.

Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy versucht mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen, das Defizit des Landes zu senken. Im September wurde die Mehrwertsteuer um drei Punkte auf 21 Prozent angehoben. Außerdem entfiel ein reduzierter Satz für eine Reihe von Waren und Dienstleistungen wie Kinokarten oder Schulmaterialien. Experten befürchten aber dennoch, dass die Regierung ihre Haushaltsziele nicht erreicht kann, weil etwa Renten an die Inflation gekoppelt sind.


In Deutschland und Frankreich steigen die Verbraucherpreise dagegen weniger stark. In Frankreich legten sie im September um 2,2 Prozent zu. Unter anderem wegen geringerer Energiepreise sanken sie im Vergleich zum August sogar überraschend um 0,3 Prozent. Für Deutschland bestätigte das Statistische Bundesamt am Donnerstag seine Schätzung von 2,0 Prozent. Damit herrscht nach Definition der Europäischen Zentralbank Preisstabilität.

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Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute warnen dennoch vor einer Inflationsgefahr, die sie zumindest mittelfristig sehen. Sie kritisierten, dass die EZB mit dem geplanten Kauf von Staatsanleihen aus Krisenländern letztlich Staatsfinanzierung betreibe. "In der Folge könnten die Bürger und die Akteure an den Märkten das Vertrauen in die EZB verlieren, nachhaltig für Preisstabilität zu sorgen", erklärten die Forscher in ihrem Herbstgutachten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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skl

16.10.2012, 20:35 Uhr

Sieh mal an, die spanischen Renten sind an die Inflation gekoppelt und Inflation geht (fast) immer nach oben, Preise sinken selten! In Deutschland erleiden die Rentner, lt. Pressemitteilungen der letzten Tage, in 10 Jahren 20% Kaufkraftverlust! Da muessen wir aber dringend helfen ;))) www.wahlalternative2013.de

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