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01.07.2012

17:02 Uhr

Hohe Verschuldung

Spaniens Wirtschaft weiter auf Schrumpfkurs

Die Wirtschaft des südeuropäischen Schuldenkandidaten ist auch im zweiten Quartal wieder geschrumpft. Wirtschaftsminister Luis de Guindos zeigt dennoch Optimismus. Er rechnet mit einer baldigen Stabilisierung.

Spanien hat Hilfen der Euro-Partner für seinen Bankensektor beantragt. dpa

Spanien hat Hilfen der Euro-Partner für seinen Bankensektor beantragt.

NavacerradaIn Spanien ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal weiter geschrumpft. Wirtschaftsminister Luis de Guindos erklärte am Sonntag, er rechne in den kommenden Quartalen aber mit einer Stabilisierung. Das spanische Bruttoinlandsprodukt war in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent geschrumpft. Für das laufende Jahr rechnet die Regierung in Madrid mit einem Minus von 1,7 Prozent.

Spanien steht wegen seiner hohen Verschuldung im Fokus der Finanzmärkte und kämpft mit hohen Refinanzierungskosten. Das südeuropäische Land hat Hilfen der Euro-Partner für seinen angeschlagenen Bankensektor beantragt. Einen Etappensieg konnte die Regierung auf dem jüngsten EU-Gipfel feiern: Aus Sorge vor einem Auseinanderbrechen lockerten die Staats- und Regierungschefs ihre Bedingungen für Kredithilfen und öffneten die Tür für direkte Bankenzuschüsse aus ihrem Rettungsfonds ESM.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Gast

01.07.2012, 17:24 Uhr

Nur durch ständiges Wiederholung, Spanien sei hoch verschuldet, wird die Aussage auch nicht richtiger. Fakt ist, dass Spanien keine höhere Gesamtverschuldung wie Deutschland hat (ca. jeweils 80% des BIP). Und das mit Spardiktaten kein ausreichendes Wachstum erzeugt werden kann, wurde ja anscheinend auch auf dem Euro-Gipfel erkannt. Gut das sich Monti hier durchgesetzt hat.

Stefan

01.07.2012, 17:59 Uhr

Es ist nicht ganz korrekt - da gebe ich Ihnen recht - die Schuldentragfähigkeit allein an der Relation der Schuldenhöhe zum BIP zu nehmen und allein aufgrund jenen Indikators die Ausfallwahrscheinlichkeit zu bestimmen. Allerdings sind „80%-Schuldenstand“ Spanien versus Deutschland sehr wohl deutlich anders zu bewerten. Denn, Schulden müssen – in gleich welcher Art – in ZUKUNFT getilgt werden, also muss man folglich auch die in ZUKUNFT zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben berücksichtigen um eine Aussage zur Solvenz zu treffen. Und hier sieht es für Spanien mehr als Düster aus: Die Wirtschaft schrumpft da die privaten Haushalte ihre Nachfrage senken (weil viele privaten Haushalte maßlos überschuldet sind), auch liegt die heutige Jugendarbeitslosigkeit bei 50 % - besonders wichtig (!) da es sich um das zukünftige Erwerbspersonenpotential handelt, welche ihre Qualifikation langsam verlieren. Das schwerwiegendste Argument allerdings lautet, dass die spanische Wirtschaft in keinerlei Wirtschaftsbereichen international Wettbewerbsfähig ist; und Strukturreformen benötigen in der Regel mehrere Jahrzehnte bis diese zu merklichen volkswirtschaftlichen Gewinnen führen.

Deshalb ist es sehr wohl richtig, dass die spanische Volkswirtschaft mit 80% unter den heutigen und zukünftigen Gegebenheiten maßlos überschuldet ist.

Nebenbei: Das „EU-Wachstumspaket“ ist nichts mehr als Augenwischerei. Die „zur Verfügung“ gestellten Summen sind die selbigen, die eh durch die Kohäsionspolitik (EFRE/ESF/Kohesionsfonds und EIB) seit Jahren bereit stehen. Man hat hier lediglich ein neues Etikett verwendet.

Und noch eine Sache: Leider hat die Kohäsionspolitik im Mittelmeerraum die letzten 15 Jahre keinerlei nachhaltige Erfolge hervorgebracht, warum nun dies jetzt bedeutend anders sein soll bzw. werden soll, ist für mich nicht zu begreifen.

Lilly

01.07.2012, 18:12 Uhr

@ Stefan

Manche Kommentare sind tiefergehender u. analytischer als die Artikel selbst.

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