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18.05.2016

09:37 Uhr

Hohes Wachstum

Japans entgeht der Rezession

Anders als erwartet wächst Japans Wirtschaft im ersten Quartal um 1,7 Prozent. Doch die Zahlen könnten täuschen. Experten raten Ministerpräsident Abe von der geplanten Mehrwertsteuererhöhung ab.

Japan kann sich über eine gute Konjunktur freuen – auch Dank des Schaltjahrs. dpa

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Japan kann sich über eine gute Konjunktur freuen – auch Dank des Schaltjahrs.

TokioDer japanischen Wirtschaft bleibt dank kauffreudiger Verbraucher eine Rezession erspart. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Januar bis März mit einer auf das Jahr hoch gerechneten Rate von 1,7 Prozent, wie die Regierung am Mittwoch in Tokio mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt war im Vorquartal noch um 1,7 Prozent geschrumpft. Neben dem privaten Konsum trugen auch steigende Exporte zu der Erholung bei.

Auch ein zusätzlicher Arbeitstag durch das Schaltjahr half. „Klammert man diesen Effekt durch das Schaltjahr aus, dann fällt das Ergebnis schon nicht mehr so stark aus“, warnte Ökonom Hidenobu Tokuda von der Großbank Mizuho vor allzu großem Konjunkturoptimismus. „Insgesamt stagniert die Wirtschaft“, fasste Analyst Shuji Tonouchi vom Broker Mitsubishi UFJ Morgan Stanley die beiden vergangenen Quartale zusammen.

Die Börse schloss trotz der überraschend guten Zahlen im Minus. „Wenn man sich die Details ansieht, dann gibt es immer noch beunruhigende Bereiche, wie etwa die Investitionen“, sagte Ayako Sera, Marktstratege bei Sumitomo Trust and Banking.

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Experten raten Ministerpräsident Shinzo Abe deshalb dringend davon ab, die zweite Stufe der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer zu zünden. Abe hatte die Steuer 2014 von fünf auf acht Prozent angehoben, was zu einer Rezession führte: Viele Verbraucher zogen Käufe vor, um Preiserhöhungen aus dem Weg zu gehen.

Deshalb wurde damals die zweite Anhebung auf zehn Prozent verschoben. Abe hält aber an seinem Vorhaben fest, dies im kommenden Jahr nachzuholen. Nur bei einem unvorhersehbaren Ereignis wie etwa einem schweren Erdbeben oder einer Wirtschaftskrise wie nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers werde er davon abrücken, sagte Abe im Parlament.

Von

rtr

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