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04.08.2014

17:27 Uhr

Hollande-Gesetze

Frankreich erlebt den Hausmarkt-Kollaps

Weniger Hauskäufe, weniger Neubauten – der Wohnungsmarkt in Frankreich bricht ein. Als Schuldigen hat man längst Präsident Francois Hollande und seine Mitpreisbremse sowie Wohnbaugesetze ausfindig gemacht.

Francois Hollandes hat durch neue Gesetze unter anderem zum Schutz für Mieter und Hauskäufer, wohl für einen Einbruch am französischen Wohnungsmarkt gesorgt. Reuters

Francois Hollandes hat durch neue Gesetze unter anderem zum Schutz für Mieter und Hauskäufer, wohl für einen Einbruch am französischen Wohnungsmarkt gesorgt.

ParisDie französische Regierung unter Staatspräsident Francois Hollande dürfte einen Einbruch am heimischen Häusermarkt verschlimmert und den Wohnbaumarkt auf das niedrigste Niveau seit mehr als 15 Jahren gedrückt haben. Das trübt die Aussichten für das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euroraums.

Die Baubeginne lagen im zweiten Quartal 19 Prozent unter dem Vorjahresniveau, während die Baugenehmigungen - Indikator für künftige Bauaktivität - um 13 Prozent nachgaben, wie das zuständige französische Ministerium vergangene Woche mitteilte.

Der Einbruch folgt auf ein Gesetz zu Anfang dieses Jahres, mit dem Wohnraum durch eine Begrenzung der Mieten in teuren Gegenden erschwinglicher gemacht werden soll. Um Hauskäufer zu schützen, verlangt das Gesetz auch mehr Unterlagen von den Verkäufern, was zu einem Rückgang bei den Hausverkäufen führte und die Dauer der Transaktion bis zum Abschluss verlängerte.

Paris passt die Vorschriften derzeit an. Doch der Schaden ist bereits angerichtet und droht die kraftlose Erholung im Lande, die ohnehin schon hinter den Entwicklungen in Deutschland und Großbritannien hinterherhinkt, weiter zu schwächen.

„Das Baugewerbe befindet sich im absoluten Kollaps“, sagt Dominique Barbet, Ökonom von BNP Paribas in Paris. „Es ist schwierig zu sehen, wie die neuen Wohnbaugesetze nicht dafür verantwortlich sein sollen.“

Barbet zufolge hat ein Rückgang im französischen Wohnbau das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 um 0,4 Prozentpunkte geschmälert und das Wachstumstempo im ersten Jahresviertel um ein Drittel gedrosselt. Die Ausgaben in dem Sektor befanden sich im ersten Quartal gemessen am realen BIP auf einem Allzeittief.

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Fast 3,9 Millionen Franzosen sind arbeitslos. Damit hat sich die Arbeitslosigkeit seit dem Amtsantritt von Präsident Francois Hollande im Mai 2012 um fast eine halbe Million erhöht.

Die Verkäufe neuer Häuser in Frankreich lagen Crédit Agricole zufolge im ersten Quartal um fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zu 2007 brachen die Neubauverkäufe nach Angaben der französischen Bank um etwa ein Drittel ein.

Die Flaute am Bau wird dadurch verschärft, dass sich die Preise im Raum Paris in der Nähe ihrer Allzeithochs befinden und die Anträge auf Arbeitslosenhilfe auf einem Rekordniveau liegen. Die Folge sind nachlassende Verkäufe von Baumaterialien und Elektrogeräten bei Unternehmen wie Cie. de Saint-Gobain, Lafarge, Vicat, Schneider Electric, Legrand und Rexel.

„Die aktuellen Daten sind besorgniserregend und werden verheerend sein, wenn nichts unternommen wird. Die Kunden aus der Bauwirtschaft schlagen Alarm“, sagte Pierre-Andre de Chalendar, Konzernchef von Saint-Gobain, im Juli. „Es scheint als würde alles getan, um Investitionen in den Wohnungsbau zu hemmen.“

Kommentare (3)

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Herr Joachim Buch

04.08.2014, 19:26 Uhr

Einfach vergessen. Hollande sowieso und jeden Versuch, zu retten, was zu retten ist, auch. Meine Schwester wohnt und arbeitet seit bald 25 Jahren in Paris und sie sagt, es wäre noch gar nie so übel gewesen, wie derzeit. Sie hat sich im Jahr 1998 selbständig gemacht und damals war alles bestens. Seit Sommerbeginn ist ihr Mann arbeitslos und die beiden sind weder gering qualifiziert, noch arbeitsunwillig. Es ist eine absolute Katastrophe und mit Hollande stürzt Frankreich immer tiefer. Die bereits zu erwartenden und prognostizierten Zuwächse für den Front National sind bereits jetzt Makulatur - das wird ein Durchmarsch, den weder Frankreich, noch Europa je gesehen hat.
Wir Deutschen schaffen es ja leider nicht, der EU und der EZB zu zeigen, wo der Hammer hängt - daher wird der Zusammenbruch des Euro und der EU von Frankreich ausgehen. Aber sicher nicht so, wie es sich der Hosenanzug wünscht. Das, was man durch eine sanfte, aber bestimmte Korrektur in Sachen EU hätte machen können, einen kontrollierten Ausstieg aus der Gemeinschaftsverhaftungswährung und einer Drosselung des Einflusses der EZB - das alles wird dann nicht mehr möglich sein. Da wird dann nach dem Hau-Ruck-Verfahren agiert und das Kind mit dem Bad ausgeschüttet. Aber, liebe Deutsche: Immer brav weiter Merkel wählen, sie tut Euch ja NUR Gutes.
Ich prophezeie heute, daß die Dame kurz bevor es kracht einen eleganten Wechsel nach New York zum IWF, zur UNO oder sonst einer großen Organisation tut und Europa (und vor allem Deutschland) die Suppe auslöffeln läßt, die sie dem alten Kontinent eingebrockt hat.

... bürste

06.08.2014, 18:21 Uhr

" ... Aber, liebe Deutsche: Immer brav weiter Merkel wählen, sie tut Euch ja NUR Gutes."

ein Irrtum ...

dieses OST Merkelsche "Fraktions-Zwang-Parlament"
mit 25% Briefwähler für die absolute Stimmenhoheit in der "Augsburger Puppenkiste" was immer zu beschließen (ne Stasi Idee?)

... hat sich selbst gewählt!

hier mal:
http://www.heise.de/tp/foren/S-passt-hier-besser/forum-280126/msg-25261258/read/

... bürste

06.08.2014, 18:33 Uhr

als wenn es nicht schon erwartet worden wäre ...
(das Original ist von 2011)

"die-Visionen-wie-das-Orakel-von-Delphi"
hier:
http://tinyurl.com/nhdpfev
.

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