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21.04.2011

09:57 Uhr

Ifo-Geschäftsklimaindex

Aufschwung schwächt sich weiter leicht ab

Japan-Beben, Libyen-Krieg und Euro-Schuldenkrise können der deutschen Konjunktur nur wenig anhaben: Im April ist der Ifo-Index zum zweiten Mal leicht gesunken. Die Stimmung verschlechtert sich weiter, bleibt aber gut.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April den zweiten Monat in Folge verschlechtert. Quelle: dpa

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April den zweiten Monat in Folge verschlechtert.

Die Stimmung der Wirtschaft ist weiterhin gut, hat sich aber im April den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, der Ifo-Geschäftsklimaindex, sank im April auf 110,4 Punkte, wie das Münchener Institut am Freitag mitteilte. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 110,5 Punkte prognostiziert.

Damit hielt sich das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer aber nahe dem im Februar erreichten Wiedervereinigungs-Rekord von 111,3 Punkten. „Trotz erheblicher Risiken auf der internationalen Ebene geht es den Unternehmen in Deutschland ausgezeichnet“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Bereits im März hatte die Konjunktur einen Dämpfer einstecken müssen: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hatte sich erstmals seit Mai 2010 leicht verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März von 111,3 auf 111,1 Punkte. Im Februar hatte der wichtigste Gradmesser der deutschen Wirtschaft, der auf einer Umfrage unter 7000 Managern beruht, noch den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Bis Februar war der ifo-Index neun Mal in Folge gestiegen.

Laut der Umfrage unter 7000 Managern ist die Konjunkturlage erneut besser als im Vormonat: Dieses Barometer kletterte auf 116,3 von 115,8 Punkten. Die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate wurden dagegen etwas schlechter bewertet. Dieser Teilindex sank auf 104,7 von 106,5.

In der Industrie trübte sich die Stimmung leicht ein. „Der starke Euro wird in Zukunft die Exporttätigkeit dämpfen“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger zu Reuters. Er macht deutsche Waren in anderen Währungsräumen teurer. Dennoch wollen die Industriebetriebe neue Mitarbeiter einstellen. Die Japan-Krise habe sich bislang kaum negativ ausgewirkt. „Es mag Effekte geben“, sagte Abberger. „Wir haben in Deutschland aber keine Branche, in der es ein Absacken gibt.“ Auch im Groß- und Einzelhandel verschlechterte sich das Klima ein wenig, während es sich in der Baubranche und bei den Dienstleistern aufhellte.

Kommentare (3)

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Eva1811

21.04.2011, 14:07 Uhr

Nun wir werden sehen, was die nächsten Monate zu bringen, wenn die Lebenshaltungskosten weiter steigen, dann hemmt dies auch die Konjunkturdaten.

Die Baubranche scheint derzeit wohl sich in einer "Bau schnell und billig" Phase zu befinden, die Gerichte werden hier mit Verfahren überhäuft, vom Baupfusch und die Bauenden erleben ihr Waterloo in Sachen Finanzierung, wenn man zu blauäugig da ranging und da ja die Eigenheimzulage weggefallen ist, ist wohl hier dieses "Billigprinzip" entstanden, schade hier gibt es doch sicher auch Perspektiven gut und günstig zu bauen noch dazu mit deutschen Fachfirmen und Mittelständigen Unternehmen, vielleicht wächst da was in der eigenen Region oder es gibt kleine "schmuckstücke" die man nur durch Mundpropagnda erfährt, und das meist wenn es zu spät ist.

Account gelöscht!

21.04.2011, 16:58 Uhr

@Eva1811; „... vielleicht wächst da was in der eigenen Region ... „

Der Wohnungsbau hat nach dem 2.WK das deutsche Wirtschaftswunder beflügelt. Der Fahrzeug-, Maschinen- und Werkzeugbau war die Grundlage dafür, weil sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze die Grundlage für die Familie und ein eigenes Heim schafften.

Die Amis wollten ab dem Jahre 2000 mit diesem Erfolgsmodell auch ihre Wirtschaft ankurbeln, was ja auch geklappt hatte. Nur waren die Grundlagen für den Bau/Kauf eines Eigenheims nicht vorhanden, einen gutbezahlten und sicheren Arbeitsplatz. Die Realwirtschaft wurde binnen weniger Jahre auf 3% reduziert und in Billiglohnländer ausgelagert. Verdient wurde das Geld durch Dienstleistungen. Ich weiß wovon ich rede. 1997 legte ich in den USA mit meinem Camper über 40000km zurück und konnte mir so ein Bild davon machen.

Den Anfang einer jeden Stadt machten unzählige Autohäuser, eines pompöser als das andere. Die Schluckfresser verkauften sich wie warme Semmel. Geld benötigte man dafür nicht, nur ein Haus, das jede Bank problemlos zu 150% finanzierte, weil es ja ein paar Jahre später diesen Wert durch den unendlichen Immobilienboom erreichte.
Unzählige Kreditkarten, die jedem sozusagen massivst aufgedrängt wurden, verleiteten die Amis zu einem Konsumverhalten ohne Kontrolle. Wenn alle Kreditkarten ausgeschöpft waren, wurde einfach die Hypothek erhöht und das Einkaufsfieber begann von Neuem.

Ein Perpetuum-Mobile, so lange die Immobilienpreise steigen. Doch dieser Traum haben die Amis Mitte 2007 ausgeträumt. Seitdem verlieren die Immobilien schon jeden Tag an Wert, die Banken kommen nicht mehr mit den Zwangsversteigerungen nach. Die größte Volkswirtschaft der Welt, die die ganze Welt am Laufen hielt, also alle anderen auch davon partizipierten, vor allem wir Deutsche mit den besten Autos der Welt, hat Mitte 2007 aufgehört zu existieren.

Account gelöscht!

21.04.2011, 16:59 Uhr

Fortsetzung:
Durch weltweite Konjunkturstrohfeuer- und Banksterrettungspakete in Höhe von 30 Billionen Dollar sollte die Wirtschaft wieder angekurbelt werden. Also mit genau den Maßnahmen, die zur Insolvenz der US-Wirtschaft führten. Die Fed, die Chinesen und Japaner sind eingesprungen und haben diesen Versuch tatkräftig unterstützt. Doch seitdem die Konjunkturstrohfeuerpakete ausgelaufen sind, auch dieses Jahr in Asien, geht es mit dem Welthandel sukzessive bergab. Jetzt sind auch fast alle Retter pleite, noch mehr als vorher schon meine ich. Die PIIGS hatten sich ja dank billiger Kredite durch die Euromitgliedschaft einen Wohlstand auf Pump finanziert- bis es sich ausgepumpt hatte.
http://siggi40.magix.net/public/Fotos/Baltic-dry-index-bis-03-2011.jpg

Chinas Aufschwung dank gigantischer Konjunkturstrohfeuerpakete erhitzt zusehends. Eine Immobilienblase ungeahnten Ausmaßes ist kurz davor zu kollabieren, von der auch wir in DE nicht unerheblich partizipierten.

Unser Erfolgsrezept „Export“ von Produkten Made in Germany wird uns nie im Stich lassen, zumindest nicht so lange die Facharbeiter noch nicht alle in Rente sind. Denn was da nachwächst ... na ja, lassen wir es lieber. In Ostdeutschland hat sich bereits eine ganze Generation auf ein Leben mit H-4 eingerichtet und leben nicht mal schlecht damit. Aus einem Mistgabel-Schwinger und Stasi-Denunziant wird halt kein motivierter, zuverlässiger und qualifizierter Facharbeiter wie im Westen. H-4, nebenher a bissl pfuschen gehen, Westbaustellen straffrei plündern und alte Omas ausrauben, das kommt dem Paradies schon ziemlich nahe.

So lange, bis unsere Facharbeiter im Westen alle mal in Rente sind, kann Frau Merkel unseren Wohlstand an die DDR und andere europäische Staaten verschenken – bis auch bei uns Feierabend ist – aber immer noch besser als in fast allen anderen westlichen Staaten. Und das dauert nicht mehr lange. So sicher wie das Amen in der Kirche.

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