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25.01.2012

13:23 Uhr

Ifo-Geschäftsklimaindex

Deutsche Wirtschaft startet mit Elan ins neue Jahr

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Januar zum dritten Mal in Folge verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg unerwartet stark auf 108,3 Punkte.

Autoproduktion in Köln: Wirtschaft startet mit Elan ins Jahr. dpa

Autoproduktion in Köln: Wirtschaft startet mit Elan ins Jahr.

MünchenTrotz Schuldenkrise und gedämpfter Erwartungen an die Weltkonjunktur hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft erneut verbessert. Im Januar stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex von 107,2 Punkten im Dezember auf 108,3 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. Es war bereits der dritte Anstieg in Folge. Experten hatten zwar mit einer Verbesserung gerechnet, aber nur einen Punktestand von 107,6 vorhergesagt.

Nach einer deutlichen Abkühlung im vergangenen Herbst erreichte der Ifo-Geschäftsklimaindex seinen Tiefpunkt bei 106,5 Punkten im Oktober. Seitdem geht es wieder bergauf. „Die deutsche Wirtschaft startet mit Elan ins neue Jahr“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Industrie schätze Lage und Perspektiven deutlich günstiger ein als zuvor.

Das Ifo-Institut befragt monatlich etwa 7.000 Firmen, wie sie ihre aktuelle Lage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate bewerten.

Die Firmenchefs blicken optimistisch auf die kommenden sechs Monate. Das Barometer für die Geschäftsaussichten legte überraschend stark um 2,3 auf 100,9 Zähler zu. Der Index für die Geschäftslage fiel dagegen leicht auf 116,3 von 116,7 Punkten. In der Industrie verbesserte sich die Stimmung besonders stark, ebenso in der Baubranche und bei den Dienstleistern. Im Groß- und Einzelhandel ließ sie dagegen etwas nach.

„Es gibt keine Anzeichen, dass wir in eine Rezession rutschen, die auch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen könnte“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger. Analysten sehen das ähnlich. „Die Konjunktur am Horizont hellt sich wieder auf“, sagte UniCredit-Experte Andreas Rees. „Es gibt einigen Grund zum Optimismus.“

Besonders die Exporteure sind wieder zuversichtlicher. „Die Stimmung ist nicht euphorisch, aber im Export haben wir den Boden gefunden“, sagte Abberger. Dabei helfe der schwächere Euro-Kurs. Ganz aus dem Schneider sei die deutsche Wirtschaft aber noch nicht. „Das Thema Schuldenkrise ist noch ganz wichtig, die kann die Konjunktur noch beschädigen“, sagte der Ifo-Experte.

Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer. Es sagt die Entwicklung der kommenden Monate zuverlässig vorher. Die Bundesbank rechnet wegen der befürchteten Winterflaute für dieses Jahr mit einem Mini-Wachstum von 0,6 Prozent. Es soll sich 2013 auf 1,8 Prozent verdreifachen soll. Im abgelaufenen Jahr hatte es noch ein Plus von drei Prozent gegeben.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

25.01.2012, 11:07 Uhr

"Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der rund 7.000 befragten Unternehmen ging überraschend auf 116,3 Punkte zuück, im Dezember hatte er bei 116,7 notiert. Die Prognose der Ökonomen hatte auf einen Stand von 116,8 gelautet. Der Index für die Geschäftserwartungen legte jedoch auf 100,9 Zähler zu nach 98,6 im Vormonat, während die befragten Volkswirte lediglich einen Anstieg auf 99,0 erwartet hatten."

Zur Ergänzung.
Wird heute gerne unterschlagen. Warum wohl?
Was in der Zukunft wird, kann man sicher versuchen zu schätzen.
Nur - es stimmt nie so.

Account gelöscht!

25.01.2012, 11:07 Uhr

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/ifo-Geschaeftsklima-steigt-im-Januar-unerwartet-deutlich-1591409

Ach so, die Quelle zu eben.

Account gelöscht!

25.01.2012, 11:17 Uhr

3. Anstieg in Folge heißt, die kurzezeitige Winterdelle ist durchschritten. Ab Q2 / Sommer geht es wieder bergauf. Das zeigt allerdings auch schon der DAX - als bester Früh-Indikator 6 - 9 Monate im Voraus zur Real-Ökonomie - seit Ende Nov. / Anfang Dez. an (DAX stand damals ca. 5500) !

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